Wirtschaftsnachrichten für Ärzte | ARZT & WIRTSCHAFT
Honorare

Der durchschnittliche Jahresüberschuss einer Vertragsarzt-Praxis lag 2011 bei 145.100 Euro je Praxisinhaber. Nach Abzug von Vorsorge- und Versicherungsbeiträgen sowie Einkommenssteuer bleibt den Ärzten davon im Durchschnitt ein Nettoeinkommen von 71.476 Euro übrig, was einem Stundensatz von 30 Euro entspricht.

Die Einnahmen sind dabei von Fachgruppe zu Fachgruppe sehr unterschiedlich, wie aktuelle Daten des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI) zeigen: Ein Viertel der Befragten erwirtschaftete weniger als 85.400 Euro, ein Viertel mehr als 181.600 Euro. Zu den Spitzenverdienern zählen etwa die Radiologen, am unteren Ende der Skala liegen Psychotherapeuten und Rehabilitationsmediziner.

Der Jahresüberschuss verbesserte sich unter Berücksichtigung der Inflationsrate 2010 noch leicht um 0,8 %, 2011 sank er um 0,7 %. Die Gesamteinnahmen je Praxisinhaber stiegen von 2009 bis 2011 um durchschnittlich 4,1 %.

Mehr Geld für Material und Labor

Die Betriebskosten legten im selben Zeitraum zugleich stärker zu; vorwiegend für Personal, Material und Labor sowie für Versicherungen, Beiträge und Gebühren mussten Ärzte mehr Geld ausgeben (zwischen 7 und 8,4 %). Lediglich der Aufwand für Fremdzinsen sank signifikant (-18,1 %), auch für Abschreibungen sowie Leasing und Mieten von Geräten gaben die Ärzte weniger aus als in den Vorjahren. Das spiegelt den Trend wieder, sich mit Investitionen zurückzuhalten: Von 2009 bis 2011 sanken die Ausgaben dafür um etwa 10 %. Dabei unterscheidet sich die wirtschaftliche Lage deutlich je Fachgebiet: Das größte Einnahmen- und Überschussplus verzeichneten die Neurologen (plus 8 bzw. 12 %), ein Minus steht hingegen etwa bei Gynäkologen und Urologen in den Büchern.