Wirtschaftsnachrichten für Ärzte | ARZT & WIRTSCHAFT
Abrechnung

Immer wieder mal kommen Patienten in die Sprechstunde, bei denen der Hausarzt aufgrund der Vorgeschichte, der Symptomatik und oft auch des Verlaufs die Vermutung hat, ob da nicht eine Verbindung zum ausgeübten Beruf besteht und damit eine Berufskrankheit (BK) vorliegt. Auch bei schon lange bekannten Patienten sollte man dann nach dem beruflichen Umfeld fragen, da sich die Arbeitsplätze heute häufiger ändern als früher. So kann eine Verkäuferin, die man aus dem Gemüseladen kennt, nach Wechsel in eine Bäckerei ein Mehlstaubasthma entwickeln.

Bei Verdacht auf eine Berufskrankheit ist grundsätzlich jeder Arzt in Deutschland verpflichtet, unverzüglich eine BK-Anzeige zu erstatten (§ 202 SGB VII/Gesetzliche Unfallversicherung).

Vorgehen bei Verdacht auf Berufskrankheit

Den Verdacht auf Berufskrankheit äußert man gegenüber der vermutlich zuständigen Berufsgenossenschaft (BG); aber auch eine Meldung an die Aufsichtsbehörde des Landes ist möglich. Da diese in einzelnen Bundesländern unterschiedliche Bezeichnungen haben, kann die zuständige Behörde über das Internet ermittelt werden.
Die „Ärztliche Anzeige bei Verdacht auf eine Berufskrankheit“ erfolgt auf dem Vordruck 6000 der DUGV, der direkt am PC ausgefüllt werden kann. Ausführliche Erläuterungen dazu sind ebenfalls bei der DUGV abzurufen.

Abrechnung der Anzeige

Abgerechnet wird die BK-Anzeige nach der UV-GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte im Bereich der gesetzlichen Unfallversicherung) in der jeweils gültigen Fassung. Die für den Vordruck zutreffende Abrechnungsposition ist die Nr. 141 UV-GOÄ, vergütet aktuell mit 17, 96 Euro.

Bei der Nr. 141 handelt es sich um eine umsatzsteuerpflichtige Leistung. Sollte der Hausarzt umsatzsteuerpflichtig sein und nicht der Kleinunternehmerregelung unterliegen, wäre auch die Umsatzsteuer dann von der BG zu erstatten.

Außerdem nach UV-GOÄ abrechenbar sind Kopien von Befunden, die für den Verdacht auf eine Berufskrankheit von Bedeutung sind, also beispielsweise Laborbefunde oder Befunde von bildgebender Diagnostik. Die Kopien sind abrechenbar mit der Nr. 191 UV-GOÄ, und zwar mit 0,21 Euro pro Kopie.

Vorhergehende Untersuchung und Beratung

Untersuchungen und Beratungen, die letztendlich dazu führen, dass der Verdacht auf eine Berufserkrankung aufkommt, können jedoch nicht über die Berufsgenossenschaft abgerechnet werden. Der Hintergrund: Durch die Anzeige selbst wird noch kein berufsgenossenschaftliches Heilverfahren eingeleitet. Sie müssen also kurativ zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung oder bei Privatpatienten nach GOÄ abgerechnet werden.

Erst wenn eine Berufskrankheit durch die zuständige BG anerkannt worden ist, ist auch eine Abrechnung über die BG möglich. Allerdings ist dazu ein entsprechender Behandlungsauftrag durch den Träger der Unfallversicherung erforderlich.

 

Abrechnung UV-GOÄ
Die Abrechnung für die „Ärztliche Anzeige bei Verdacht auf eine Berufskrankheit“ erfolgt auf einem von der DUGV vorgeschriebenen Vordruck F6000, der auf der Internetseite der DUGV zu finden ist. Die Abrechnung richtet sich nach der UV-GOÄ, und zwar mit folgenden Positionen:

  • Nr. 141 UV-GOÄ
    Vordruck F 6000 Ärztliche Anzeige über eine Berufskrankheit (§ 44 Vertrag Ärzte/UV-Träger) 17,96 Euro
  • Nr. 191 UV-GOÄ
    Erstattung je Kopie 0,21 Euro