Corona-Impfung

16 Länder – 16 Impfregime: Was Ärzte jetzt wissen müssen

Wer darf wen gegen Corona impfen – und wo? Wie bewerben sich Mediziner um einen Posten als Impfarzt in den Impfzentren? Und welche Vergütung können sie erwarten? Ein Überblick über die Regeln der einzelnen Bundesländer.

Der Föderalismus stand und steht in Zeiten der Pandemie immer wieder in der Kritik. Schließlich erschwert er ein einheitliches Vorgehen der Bundesländer im Kampf gegen Covid-19. Das zeigt sich auch jetzt in der vielleicht wichtigsten Phase der Corona-Krise, beim Impfen. Zwar verfolgen die 16 deutschen Bundesländer alle dasselbe Ziel – die Modalitäten beim Impfen und die Teilnahmebedingungen für Ärzte, die das Vakzin verabreichen, könnten aber nicht unterschiedlicher sein.

Bayern

Im Freistaat Bayern gibt es derzeit 99 Impfzentren. „In der Anfangsphase ist grundsätzlich von einem täglichen Betrieb (7-Tage die Woche) auszugehen“, heißt es auf der Seite des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege. Die Öffnungszeiten orientieren sich an den regionalen Anforderungen. Man gehe davon aus, dass zwei jeweils fünfköpfige Teams binnen vier Stunden 100 Menschen impfen können. Rund 6000 Ärzte der KV Bayerns wollen sich beteiligen.

Weiterführende Informationen finden sich hier: https://www.stmgp.bayern.de/coronavirus/impfung/#bayerische-impfzentren

Baden-Württemberg

Im Ländle gibt es neun zentrale Impfzentren: in Ulm, Tübingen, Heidelberg, Freiburg, Karlsruhe, Offenburg, Rot am See sowie zwei in Stuttgart. Ab dem 15. Januar kommen noch 50 Kreisimpfzentren und mobile Impfteams hinzu. Die Impfzentren sollen Montag bis Sonntag von 7 bis 21 Uhr geöffnet haben. Das Land vergütet die ärztliche Tätigkeit in Höhe von derzeit 130 Euro pro Stunde.

Weiterführende Informationen finden sich hier: https://www.kvbawue.de/praxis/aktuelles/coronavirus-sars-cov-2/impfzentren-mitarbeit/abrechnung-impfaerzte/

Nordrhein-Westfalen

Das bevölkerungsreichste Bundesland, Nordrhein-Westfalen, plant derzeit mit 53 Impfzentren. Diese sollen täglich von acht bis 20 Uhr geöffnet sein. Aktuell allerdings müssen sich Impfwillige noch gedulden: Die ersten Impfungen finden ausschließlich in Senioren- und Pflegeeinrichtungen statt. Auch eine Terminvereinbarung für die Corona-Schutzimpfung in den Zentren ist aktuell noch nicht möglich. Ärzte, die sich an den Impfungen beteiligen wollen, können sich direkt bei den Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe bewerben. Als Honorar sind 150 Euro pro Stunde vorgesehen.

Weiterführende Informationen finden sich hier: https://www.mags.nrw/coronavirus-impfablauf

Hessen

Die Impfzentren in Hessen werden an sieben Tagen in der Woche von sieben bis 22 Uhr betrieben. Auf diese Weise sollen in den Zentren bis zu 1000 Menschen pro Tag geimpft werden. Zusätzlich sollen Impfteams zum Einsatz kommen. Die Landkreise und kreisfreien Städte koordinieren die Impfcenter und suchen dafür medizinisches Personal. Impfende Ärzte sollen einen Stundensatz von 120 Euro, MFA 50 Euro pro Stunde erhalten.

Weiterführende Informationen finden sich hier: https://www.kvhessen.de/publikationen/impfaufruf/

Berlin

In der Hauptstadt gibt es sechs Impfzentren. Sie sollen von neun Uhr bis 19 Uhr geöffnet sein. 29 mobile Impfteams werden voraussichtlich von 8:30 Uhr bis 18 Uhr arbeiten. Zur Durchführung der Impfungen werden dringend Ärztinnen und Ärzte gesucht. Voraussichtlich wird die Tätigkeit mit 120 Euro pro Stunde vergütet, die Abrechnung erfolgt über die KV Berlin. Sofern Ärzte eine MFA zur eigenen Entlastung mitbringen, gibt es eine zusätzliche Vergütung von 60 Euro pro Stunde.

Weiterführende Infos finden sich hier: https://www.kvberlin.de/fuer-praxen/

Hamburg

In der Hansestatt wird in einem zentralen Impfzentrum gegen das SARS CoV-2-Virus geimpft. Zusätzlich sollen mobile Impfteams für die Bewohner in Pflegeheimen zum Einsatz kommen. Die Impfzentren sollen Werktags von acht bis 20 Uhr geöffnet sein. An Feiertagen können abweichende Regeln gelten. Ärzte, die sich an den Impfungen beteiligen, bekommen 120 Euro/Stunde, an Wochenenden und Feiertagen 140 Euro/Stunde.

Weiterführende Infos finden Sie hier: https://www.kvhh.net/de/corona-informationen-fuer-praxen/impfung-gegen-sars-co-v-2.html

Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz stehen 31 Impfzentren mit insgesamt 36 Impfstraßen bereit. Ergänzt werden sie durch mobile Impfteams und Impfungen in Kliniken, die eine „Eigenimpfung“ ihrer Belegschaft durchführen. Die Vergütung für impfende Ärzte beträgt für die Zeit der Tätigkeit in den Impfzentren oder den mobilen Impfteams 140 Euro pro Stunde, anderes medizinisches Fachpersonal erhält 50 Euro pro Stunde.

Weiterführende Infos finden sich hier: https://www.kv-rlp.de/praxis/coronavirus/impfung/

Sachsen

Im Freistaat Sachsen stehen 13 Impfzentren für die Impfung gegen das Coronavirus bereit. Sie sollen montags bis freitags jeweils zehn Stunden und an den Wochenenden acht Stunden pro Tag geöffnet sein. Das Sozialministerium hat das Deutsche Rote Kreuz Sachsen (DRK) mit deren Aufbau und Betrieb der Impfzentren beauftragt. Einbezogen sind zudem das Landeskommando der Bundeswehr, das Technische Hilfswerk, die Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund, Johanniter-Unfall-Hilfe, Malteser Hilfsdienst, die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen sowie die kommunale Ebene. Ärzte können sich um eine Teilnahme bei sowohl bei der KV Sachsen bewerben oder die Sächsische Landesärztekammer bzw. das DRK kontaktieren.

Mehr Infos finden sich unter: https://www.kvs-sachsen.de/aktuell/corona-virus/corona-impfung/

Niedersachsen

Hier wird in 50 Impfzentren das Vakzin gegen Sars-Cov-2 verabreicht. Vorgesehen sind bislang jeweils acht Stunden Betriebszeit von Montag bis Freitag, die Ausdehnung auf Samstag ist möglich. Sonntags ist nach Angaben der Ärztezeitung Ruhetag in Niedersachsen. Ärzte, die mitimpfen, erhalten einen Stundensatz von 150 Euro pro Stunde.

Weiterführende Infos unter: https://www.kvn.de

Schleswig-Holstein

Im hohen Norden soll es 29 Impfzentren geben, zudem sind mobile Impfteams im Einsatz. Nach Anhaben der KV sind Schichten von vier bis fünf Stunden geplant, und zwar an sieben Tagen die Woche, jeweils in der Zeit zwischen acht bis 18 Uhr. Die Vergütung impfender Ärzte orientiert sich am Honorar im ärztlichen Bereitschaftsdienst. Um mitmachen zu können, müssen Ärzte einen Dienstleistungsvertrag mit dem Land abschließen.

Weitere Infos unter: https://www.kvsh.de/

Saarland

Die drei Impfzentren des Saarlands können derzeit bei Weitem nicht alle Impfwilligen versorgen – inzwischen gibt es eine Warteliste. Ärztinnen und Ärzte, die beim Impfen helfen wollen, können sich bei der Ärztekammer telefonisch unter 0681-4003 276 oder per E-Mail an hilfseinsatz@aeksaar.de melden. In den Impfzentren soll täglich im Zwei-Schicht-Betrieb gearbeitet werden und zwar zwischen sieben und 20 Uhr. Ärzte erhalten für eine Sieben-Stunden-Schicht 870 Euro, der leitende Arzt der Schicht sogar 1070 Euro. Für MFA gibt es 40 Euro pro Stunde.

Mehr Infos unter: https://www.saarland.de/DE/portale/corona/impfung/impfung_node.html

Brandenburg

Die ersten beiden Impfzentren – in Potsdam und Cottbus – haben bereits ihren Dienst aufgenommen. Insgesamt sind landesweit elf Impfzentren geplant, die stufenweise den Impfstoff unters Volk bringen sollen. Vertragsärzte können die Übernahme von Impfdiensten in den Impfzentren digital über den folgenden Link buchen https://bdonline.kvbb.de/login/login. Die KV geht aktuell von einer Vergütung für ein Praxisteam aus Arzt und zwei Arzthelferinnen von 270 Euro pro Stunde aus. Kommt der Arzt allein, beträgt der Stundensatz 120 Euro.

Weiterführende Infos finden sich hier: https://www.kvbb.de/coronavirus/impfzentren/

Mecklenburg-Vorpommern

Im Nordosten meldet die Regierung die zwölf Impfzentren als einsatzbereit. Zunächst würden jedoch mobile Teams mit den Schutzimpfungen starten. Ärzte, die ihren Beitrag leisten wollen, können sich hier bewerben: impfen-corona@wm.mv-regierung.de.

Weiterführende Informationen finden sich hier: https://www.aek-mv.de/default.aspx?pid=20081105104417843&article=20200320143132630

Sachsen-Anhalt

In allen elf Landkreisen und den drei kreisfreien Städten Sachsen-Anhalts sind die Impfzentrum inzwischen einsatzbereit. Die KV hat die Koordination bzw. Einsatzplanung der Ärzte übernommen, sucht aber weiterhin nach personeller Unterstützung. Um die Modalitäten des Einsatzes von Impfärzten sowie deren Honorierung zu regeln, hat die KV-SA mit dem Land Sachsen-Anhalt eine Vereinbarung geschlossen, die hier nachzulesen ist. http://www.kvsa.de/fileadmin/user_upload/PDF/Praxis/Verordnungsmanagement/coronavirus/Vereinbarung__Impfen_Land-KVSA.pdf

Weitere Infos unter: http://www.kvsa.de/praxis/verordnungsmanagement/coronavirus/impfungen_gegen_das_coronavirus.html

Bremen

Die Hansestadt will in zwei Impfzentren pro Tag bis zu 2100 Menschen impfen. Doch noch fehlt es an Personal. Auch die Honorarverhandlungen laufen noch.

Mehr Infos unter: https://www.kvhb.de/aufruf-kv-bremen-sucht-aerzte-fuer-corona-impfzentren

Thüringen

Die 29 Impfstellen des Landes sind über den ganzen Freistaat verteilt, alle Landkreise und kreisfreien Städte sind abgedeckt. Pro Zentrum und Woche strebt die KV jeweils 29.000 Impfungen an. Ärzte, die sich zum Impfdienst melden erhalten 175 Euro pro Stunde.

Weiterführende Infos unter: https://www.impfen-thueringen.de/

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Author's imageIlias TsimpoulisManaging Director bei Doctolib

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