Richtig tragen

Wiederverwendung von FFP2-Masken: Wichtige Tipps für Ihre Patienten

Ob in Bussen, Bahnen und Supermärkten oder beim Besuch im Pflegeheim: Viele Laien müssen nun den Umgang mit FFP2-Masken lernen. Eine Frage, die viele umtreibt, ist die der Wiederverwendung. Folgende Tipps können Ärzte ihren Patienten dazu geben.

Nun, da FFP2-Masken teils Pflicht, teils mehr im Alltag gefragt sind, stellen sich für die breite Masse neue Fragen. Eine der drängendsten für Patienten mit beschränktem Budget ist die der Wiederverwendbarkeit von FFP2-Masken. Für mit „R“ gekennzeichnete Modelle ist dies im beschränkten Rahmen möglich, solange sie nicht beschädigt oder verschmutzt sind. Abenteuerliche Backenofentipps (60 Minuten bei 80 Grad Ober-Unterhitze) lassen allerdings außer Acht, dass gerade ältere Backöfen nicht immer gleichmäßig und zuverlässig erhitzen. Wenn der Kuchen nicht gelingt, ist dies ein Hinweis auf Temperaturschwankungen. Nicht nur zu niedrige Temperaturen sind ein Problem. Ab 105 Grad Celsius drohen Materialschäden, wie die Fachhochschule Münster warnt. Diese sind nicht sichtbar, beeinträchtigen jedoch die Filterleistung. Auch schon durch 80 Grad Hitze können die elastischen Bänder an Zugkraft verlieren.

Einsatz im Sieben-Tage-Modell

Die sicherere Alternative ist das Sieben-Tage-Modell. Hier beschaffen sich die Patienten sieben FFP2-Masken, die sie rotierend jeweils einen Tag tragen. Dann wird die benutzte Maske sieben Tage lang in der Raumluft getrocknet, idealerweise an beschrifteten Haken: einer für montags, einer für dienstags und so weiter. Nach spätestens fünf solcher Trockenzyklen ist aber Schluss. Dann müssen neue Masken her. Achtung, Alltagsschläue hat hier ihre Grenzen: Keinesfalls sollten die Masken zum Trocknen auf die Heizung gelegt werden! Bei Temperaturen von 30 bis 40 Grad ergibt sich ein Eldorado für Bakterien und Pilze. Ungeeignet sind auch der Kochtopf, die Mikrowelle, die Wasch- und die Spülmaschine.

Im Zweifel lieber die Kennzeichnung prüfen

Weil das Atmen anstrengender ist, neigen Laien dazu, die Maske zu lockern. Damit verliert sie freilich ihre Funktion. Patienten, die etwa im Einzelhandel tätig sind, tragen die Masken oft ganztägig, bei teils körperlicher Anstrengung. Hier lohnt ein Hinweis auf die Empfehlungen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), bei einer Maske ohne Ausatemventil nach 75 Minuten 30 Minuten Pause einzulegen. Gegebenenfalls kann zeitweise auf eine OP-Maske gewechselt werden.

In der Publikumspresse liest man derzeit, ein stark chemischer Geruch sei unbedenklich. Qualitativ hochwertige Masken riechen jedoch nicht. Wer Zweifel hat, kann mittels der Kennzeichnung in der Nando-Datenbank der EU-Kommission das Prüfinstitut suchen. 0158 steht für Dekra. Ist die Nummer der Maske nicht auffindbar, darf man stutzig werden.

CHECKLISTE
Die wichtigsten Trageregeln für medizinische Laien
  • Die Maske sollte dicht anliegen. Denken Sie an die Nasenklammer, die anmodelliert wird.
  • Sie sollte ein CE-Kennzeichen und eine Seriennummer haben.
  • Feuchte Masken verlieren an Filterschutz, besser wechseln!
  • Beim Abnehmen nur die Bänder anfassen, nicht die Vorderseite! Die Maske zum Transport in einem Gefrierbeutel verstauen.
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