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Neuartige Anleihe-ETFs: Gut geeignet, um der Inflation Paroli zu bieten

von A&W Online

Frau macht am Computer Akteingeschäfte
Foto: metamorworks - stock.adobe.com

Anton Vetter von der BV&P Vermögen AG betrachtet im Interview das Thema iBonds-ETFs – eine neue Gattung von Indexfonds mit zeitlicher Begrenzung, die von Black Rock auf den Markt gebracht wurde.

Herr Vetter, BlackRock hat mit den iBonds-ETFs eine neue Gattung von Rentenfonds auf den Markt gebracht. Es handelt sich, wenn man so möchte, um ETFs mit Verfallsdatum. Ist das sinnvoll – oder eher nicht?

Anton Vetter BV & P Vermögen AGAnton Vetter: Das kommt auf die Bedürfnisse und Ziele des betreffenden Anlegers an. Wer Geld für eine bestimmte Zeit, mit attraktivem Zins und eher moderatem Risiko anlegen will, kann auf diese Produkte zurückgreifen.

Warum kommen ausgerechnet jetzt solche ETFs auf den Markt?

Anton Vetter: Es gibt endlich wieder Zinsen, die Ära des Nullzinses ist vorbei. Das ist eine Steilvorlage für die Anbieter, die nun mit dem Argument einer ordentlichen Rendite neues Kapital einsammeln können. Und durch die fixe Laufzeit wissen Anleger: Zum Zeitpunkt X bekomme ich außer den Zinsen auch mein Kapital zu 100 Prozent zurück. Das dürfte sicherheitsorientierten Anlegern besonders gefallen.

Das ist doch nichts Schlechtes…

Anton Vetter: Nein, keineswegs. Es ist auf jeden Fall besser, als sein Geld auf einem mehr oder minder verzinsten Tagesgeldkonto oder auf dem Nullzins-Sparbuch zu lassen. Die Festgelder der Banken können mit den ETFs auch nicht mithalten. Solche ETFs mit Renditen von derzeit rund vier Prozent sind besser geeignet, um der Inflation Paroli zu bieten.

Gibt es noch weitere Vorteile?

Anton Vetter: Da ETFs Sondervermögen sind, können Anleger mit großen Vermögen mehr als 100.000 Euro in die ETFs packen. Das sollte man sich beim Festgeld zweimal überlegen, da die gesetzliche Einlagensicherung pro Anleger und Bank auf 100.000 Euro begrenzt ist.

Die ETFs enthalten ausschließlich Unternehmensanleihen. Warum keine Staatsanleihen?

Anton Vetter: Das ist eine Entscheidung des Anbieters. Ich vermute, es könnte daran liegen, dass Anleger bereits jetzt mit geringen Beträgen einzelne Staatsanleihen oder entsprechende ETFs kaufen können, die ein bestimmtes Laufzeitenband abbilden – etwa ein bis drei oder drei bis fünf Jahre.

Und bei den Unternehmensanleihen?

Anton Vetter: Hier sind die Stückelungen, ab denen ein Einstieg möglich ist, oftmals deutlich höher. Der Mehrwert der zeitlich begrenzten ETFs ist, dass sie – ebenso wie die herkömmlichen und unbegrenzt laufenden Renten-ETF – auch kleineren Vermögen einen Zugang zu diesem Markt bieten.

Apropos herkömmliche Renten-ETFs oder Rentenfonds: Wann sind diese sinnvoll?

Anton Vetter: Wer dauerhaft einen Teil seines Geldes in Anleihen halten will, ist mit den üblichen ETFs oder Fonds besser beraten. Auch Anleger, die sich nicht um das Management ihres Depots kümmern wollen, bleiben besser bei den gewohnten Produkten.

So funktionieren die neuen Renten-ETFs mit Verfallsdatum

Die neuartigen ETFs der Reihe „iBonds“ von iShares folgen einem Anleihe-Index, der die Performance von festverzinslichen Unternehmensanleihen mit dem Status „Investment Grade“ aus der Euro-Zone und den USA misst. Die Anleihen müssen zudem den ESG-Standard des Index (Umwelt, Soziales, Firmenführung) erfüllen.

Der ETF-Name „iShares iBonds Dec 2028 Term USD Corporate” etwa bedeutet: Dieser ETF investiert in Firmen-Bonds aus den USA, die zwischen dem 1. Januar und 31. Dezember 2028 fällig werden. Am 1. Januar 2029 wird der ETF aufgelöst und das investierte Kapital sowie die aufgelaufenen Zinszahlungen werden ausbezahlt, da es sich bei allen Produkten um thesaurierende ETF handelt.

Experten gehen davon aus, dass andere Anbieter bald vergleichbare Produkte auf den Markt bringen werden. Derzeit gibt es von iShares folgende Produkte, bei denen hier der Effektivzins – die aktuelle tatsächliche Rendite – angegeben wird. Auffällig ist, dass sich die Effektivverzinsung über die Laufzeiten kaum ändert, sodass Anleger für ein längeres Investment aktuell nicht belohnt werden. Wer sich jedoch die Renditen über mehrere Jahre sichern will, ist gut beraten, über mehrere ETFs zu streuen. Bei den US-Anleihen gibt es ein Wechselkursrisiko: Ein stärkerer Euro würde die Rendite mindern.

ETF
Effektivverzinsung
Kosten
iBonds Dec 2025 Term Euro Corporate 4,11 % 0,12 %
iBonds Dec 2025 Term USD Corporate 5,05 % 0,12 %
iBonds Dec 2026 Term Euro Corporate 4,08 % 0,12 %
iBonds Dec 2026 Term USD Corporate 5,58 % 0,12 %
iBonds Dec 2027 Term Euro Corporate 4,06 % 0,12 %
iBonds Dec 2027 Term USD Corporate 5,46 % 0,12 %
iBonds Dec 2028 Term Euro Corporate 4,07 % 0,12 %
iBonds Dec 2028Term USD Corporate 5,50 % 0,12 %
Quelle: BlackRock / Recherche: Jürgen Lutz / Stand: Mitte Sept. 2023

Autor: Jürgen Lutz

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