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Finanzen

Die vielen schlechten Wirtschaftsnachrichten erwecken manchmal den Eindruck, die Bundesbürger würden alle am Hungertuch nagen. Das Gegenteil ist der Fall, wie die aktuelle Erhebung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) zeigt: Das Gesamtvermögen der Bundesbürger, d.h. inklusive Immobilien- und Gebrauchsvermögen, lag demnach Ende 2015 bei 13.792 Milliarden Euro. Davon entfielen 5.485 Mrd. auf Geldvermögen, was ein Plus von 242 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

In Folge kräftiger Einkommenszuwächse und solider Sparbeträge haben die privaten Haushalte zuletzt deutlich mehr Finanzvermögen gebildet als in der Vergangenheit. 2015 wurden in der Summe 184,1 Milliarden Euro für die Geldvermögensbildung aufgebracht. Das waren 27 Milliarden Euro mehr als ein Jahr zuvor. Den größten Zufluss verzeichneten dabei liquide Bankprodukte.Vor allem Sichteinlagen sind derzeit stark gefragt.Die Bundesbürger kauften im vergangenen Jahr Wertpapiere im Wert von 50,3 Mrd. Euro ein.

So viel sparen die Deutschen

Der Anteil der für die Geldvermögensbildung aufgewendeten Summe am verfügbaren Einkommen stieg im vergangenen Jahr auf etwas mehr als 10 %. In den Jahren 2013 und 2014 hatte die Quote noch unter der 9-Prozent-Marke gelegen.

29,4 Mrd. Euro verwendeten die Sparer für die Bildung von Sachvermögen. Der Anteil der Sachvermögensbildung am verfügbaren Einkommen fiel 2015 damit trotz Immobilienboom leicht ab auf rund 1,6 %.

Versicherungssparen auf Vorjahresniveau

Das Versicherungssparen blieb in 2015 nahe seinen Vorjahresniveaus. Unter Berücksichtigung sonstiger Forderungen, zu denen unter anderem verzinslich angesammelte Überschussanteile bei Versicherungen gehören, flossen Versicherungen im vergangenen Jahr 65,5 Mrd. Euro zu. In der Jahressumme lag das Versicherungssparen im ersten Quartal 2016 bei 62,6 Mrd. Euro.

Im ersten Quartal 2016 setzte sich der Trend zum Sparen fort: Die Sparquote, d. h. das Verhältnis von Erspartem und verfügbaren Einkommen, lag auch im ersten Halbjahr 2016 bei 9,7 % und damit auf dem gleichen Niveau wie 2015.

Auch die aktuelle Umfrage des BVR zum Sparverhalten der Bundesbürger bestätigt eine “robuste Spartätigkeit” der Bundesbürger. So bleibt die Sparlücke, d. h. das Verhältnis aus persönlichem Sparziel und Sparbetrag, 2016 weitestgehend unverändert. Allerdings reizen die Bundesbürger ihre deutlich gestiegene Sparfähigkeit aktuell weniger stark aus. Mit 91 % liegt die Ausreizung der Sparfähigkeit aber weiterhin auf hohem Niveau.