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Pädiatrie

Etliche Babys werden schon vor Vollendung ihres zweiten Lebensjahrs mit Antibiotika behandelt. Aus vorangegangenen Studien mit Erwachsenen und Tierexperimenten haben sich Hinweise darauf ergeben, dass der Einsatz von Antibiotika die Immunantwort auf Impfungen negativ beeinflussen könnte. Ob das auch für Säuglinge und Kleinkinder zutrifft, hat jetzt eine Gruppe um Prof. Michael Pichichero vom Forschungsinstitut des Rochester General Hospital in New York im Rahmen einer Kohortenstudie untersucht.

Insgesamt flossen die Daten von 560 Kindern im Alter zwischen sechs und 24 Monaten in die Auswertung ein, von denen 342 eine Antibiotikabehandlung erhalten hatten. Die Antikörperspiegel nach Impfungen gegen Polio, Diphtherie-Tetanus-Pertussis (DTaP), Haemophilus influenzae Typ B (Hib) und Pneumokokken wurden anhand von Blutproben, die bei Routinebesuchen in Kinder- und Jugendarztpraxen entnommen worden waren, bestimmt.

Dämpfer für den Impferfolg

Dabei stellte sich heraus, dass die Immunantworten auf die Impfungen bei Kindern mit Antibiotikabehandlung schlechter ausfielen als in der Kontrollgruppe. So wiesen Kinder im Alter zwischen neun und zwölf Monaten, die Antibiotika erhalten hatten, nach den ersten Impfserien signifikant häufiger Antikörperspiegel auf, mit denen sich nach Einschätzung der Forschenden keine ausreichende Schutzwirkung erzielen lässt.

Darüber hinaus zeigte sich ein negativer Zusammenhang zwischen der Anzahl der Antibiotikazyklen und den impfinduzierten Antikörperspiegeln. Mit jeder Antibiotikagabe verringerten sich die Antikörperspiegel nach der ersten Impfung gegen DTaP um 5,8 Prozent, gegen Hib um 6,8 Prozent, gegen Polio um 11,3 Prozent und gegen Pneumokokken um 10,4 Prozent. Und auch nach den Auffrischimpfungen waren die Antikörperspiegel in der Gruppe mit Antibiotikabehandlung reduziert: Im Falle der DTaP-Impfung betrug die Differenz zu den Kindern ohne Antibiotikabehandlung 18,1 Prozent, bei der Hib-Impfung waren es 21,3 Prozent, bei der Polio-Impfung 18,9 Prozent und bei der Pneumokokken-Impfung 12,2 Prozent.