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Schützt längeres Stillen Kinder vor Asthma?

von Melanie Söchtig

Mutter stillt ihr Baby
Foto: famveldman - stock.adobe.com

In der Muttermilch sind Stoffe enthalten, welche die Entwicklung des Immunsystems und der Lunge des Nachwuchses fördern. Folglich könnte Stillen einen protektiven Einfluss auf die spätere Entwicklung von Atemwegserkrankungen wie Asthma bei Kindern haben. Ob das tatsächlich der Fall ist, hat jetzt ein US-amerikanisches Forscherteam untersucht.

Für ihre Studie griffen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Dr. Kecia Carroll von der Icahn School of Medicine at Mount Sinai, New York, auf die Daten von insgesamt 2.021 Mutter-Kind-Paaren aus drei prospektiven Schwangerschaftskohorten zurück. Die Mütter und Kinder wurden von der Schwangerschaft bis zum vierten bis sechsten Lebensjahr beobachtet. Dabei wurden die Mütter unter anderem zu ihrem Stillverhalten sowie zu Asthmasymptomen bei ihren Kindern befragt.

Stilldauer ist entscheidender Faktor

Die Auswertung der Daten ergab, dass Stillen einen schützenden Einfluss auf das Auftreten von Asthma beim Nachwuchs hat. Dabei stellten die Studienautoren einen linearen Zusammenhang zwischen Stilldauer und Reduktion des Asthmarisikos fest. Dieser Effekt war ausgeprägter, wenn die Mütter ausschließlich stillten – also ohne Beikost.

Wurden die Kinder über sechs Monate ausschließlich gestillt, war ihr Asthmarisiko um ganze 48 Prozent niedriger als bei Säuglingen, die weniger als zwei Monate gestillt wurden. Bei Kindern, die über zwei bis vier bzw. fünf bis sechs Monate gestillt wurden, lag die Risikoreduktion immerhin noch bei 36 Prozent bzw. 39 Prozent.

Darüber hinaus werteten die Forschenden auch den Einfluss der Art der Entbindung auf den Zusammenhang zwischen Stilldauer und Asthmarisiko aus. Dabei beobachteten sie, dass nach einer vaginalen Geburt die protektive Wirkung des ausschließlichen Stillens etwas höher war als nach einem Kaiserschnitt. Dieser Unterschied war jedoch statistisch nicht signifikant.

Deutschland soll „stillfreundlicher“ werden

Trotz der positiven Auswirkungen des Stillens auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Mutter und Kind, stillt weniger als die Hälfte der Mütter in Deutschland ihr Kind nach vier Monaten noch ausschließlich. Deshalb hat die Bundesregierung eine Strategie zur Stillförderung auf den Weg gebracht. Mit verschiedenen Maßnahmen sollen die Rahmenbedingungen für das Stillen nachhaltig verbessert, Angebote zur Stillförderung verzahnt und Mütter nach individuellem Bedarf unterstützt werden, ihre Kinder mindestens sechs Monate zu stillen.

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Author's imageIlias TsimpoulisChief Medical Officer bei Doctolib
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