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Typ-I-Allergien: Forschende entwickeln neuartigen zellbasierten Test

von Melanie Söchtig

Zellkulturen
Foto: peterschreiber.media - stock.adobe.com

Eine Forschergruppe aus Bern hat jetzt einen zellbasierten Test entwickelt, der die Diagnose von Typ-I-Allergien erheblich vereinfacht und den Erfolg einer Immuntherapie zuverlässig voraussagen kann.

Die Diagnose von Allergien anhand von Hauttests ist nicht nur zeitaufwendig, sondern wird von den Betroffenen oft auch als unangenehm empfunden. Zudem ist diese Methode mit einem gewissen Risiko für allergische Überreaktionen verbunden. Eine Berner Forschergruppe hat einen neuen Test für die Diagnose von Typ-1-Allergien entwickelt.

Die Ergebnisse ihrer Arbeit haben die Wissenschaftler um Prof. Alexander Eggel und Prof. Thomas Kaufmann kürzlich im Journal of Allergy and Clinical Immunology veröffentlicht. Für ihren neuartigen Allergietest haben sie eine neue in-vitro-Zellkultur etabliert, aus der sich innerhalb von nur fünf Tagen fast beliebig viele reife Mastzellen mit humanen Immunoglobulin E (IgE)-Rezeptoren generieren lassen.

Die so herangezüchteten Mastzellen können IgE-Antikörper aus dem Blutserum binden und werden durch den Kontakt mit IgE oder Allergenen aktiviert. Die Aktivierung der Zellen lässt sich dann sehr einfach und schnell mittels Durchflusszytometrie quantifizieren.

„Wir waren überrascht und hocherfreut zu sehen, dass sich unsere Mastzellen zu fast 100 Prozent aktivieren lassen. Es gibt unseres Wissens keine vergleichbaren Zelllinien, die sich so gut aktivieren lassen“, so Eggel. „Ein weiterer großer Vorteil ist, dass der Test mit Serum funktioniert, welches sehr stabil ist und über lange Zeit gefroren gelagert werden kann, was auch retrospektive Tests und Studien erlaubt.“

Für andere vergleichbare Tests benötige man hingegen Vollblut, welches innerhalb von Stunden verarbeitet werden müsse.

Potenzial für Diagnose und Kontrolle des Therapieerfolgs

Um die Tauglichkeit des Tests zum Screening auf unbekannte Allergien zu untersuchen, haben die Wissenschaftler die Zellen mit Seren von Personen inkubiert, die allergisch auf Erdnüsse, Katzen, Wespen, Bienen, Hausstaubmilben, Birken oder Lieschgras waren. Zusätzlich haben sie die Konzentration des Gesamt- und allergenspezifischen IgE in diesen Proben mittels eines Immunoassays überprüft. Dabei konnten sie eine dosisabhängige Aktivierung der Mastzellen bei allen verwendeten Allergenen beobachten.

Neben der Erstdiagnose von Allergien könnte der Test laut Studienautoren auch dafür geeignet sein, den Erfolg einer Immuntherapie zu beurteilen. „Wir sind zuversichtlich, dass wir mit unserem Test innerhalb weniger Monate nach Beginn einer Immuntherapie messen können, ob und wie stark die Therapie anschlägt“, so Kaufmann. „Dies wäre eine wichtige Entscheidungshilfe für die behandelnden Allergologinnen und Allergologen, ob es Sinn macht, die Therapie weiterzuführen oder nicht.“

 

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