Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Covid-19-Ansteckungsgefahr in Gesundheitsberufen am höchsten

Mit durchschnittlich 35 Prozent ist die COVID-19-Ansteckungsgefahr in Gesundheitsberufen am höchsten. Besonders gefährdet sind Mediziner, hier ist die Ansteckungsquote fast doppelt so hoch.

Ausschlaggebend für die Ansteckungsgefahr bei der Ausübung des Berufs sind die beruflichen Arbeitsbedingungen wie der Umgang mit infizierten Menschen, aber auch der enge Körper- und Kundenkontakt. Insbesondere in Berufen in der Human- und Zahnmedizin besteht mit 69 Prozent die höchste Ansteckungsgefahr. Aber auch in Berufen in der Arzt- und Praxishilfe, in der Gesundheits- und Krankenpflege, im Rettungsdienst und in der Geburtshilfe sowie in medizinischen Laboratorien besteht eine deutlich hohe Ansteckungsgefahr. Das bestätigt eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Auch Reinigungskräfte stark gefährdet

Doch nicht nur Menschen in Gesundheitsberufen sind besonders gefährdet. Mit durchschnittlich 18 Prozent weisen auch Reinigungsberufe ebenfalls eine erhöhte Infektionsgefahr auf. Gefolgt von den Sicherheitsberufen mit durchschnittlich acht Prozent. Bei den Reinigungsberufen spielt der Kontakt mit infizierten Oberflächen und Gegenständen eine entscheidende Rolle. Bei den Sicherheitsberufen ist es der Umgang mit infizierten Menschen. Aber auch in den sozialen und kulturellen Dienstleistungsberufen und den Handelsberufen besteht durch den Umgang mit Menschen, die betreut werden, beziehungsweise durch den Kundenkontakt die Gefahr einer Ansteckung.

Weniger als ein Viertel aller Berufe weist eine erhöhte COVID-19-Ansteckungsgefahr auf

Am geringsten ist die Ansteckungsgefahr dagegen für Beschäftigte in den Bau- und Ausbauberufen, in fertigungstechnischen Berufen und in Berufen der Unternehmensführung und -organisation. Insgesamt weist weniger als ein Viertel aller Berufe eine erhöhte Ansteckungsgefahr auf, unabhängig davon, ob ein Beruf im Homeoffice erledigt werden kann.

„Um einen Ausbruch der Infektion mit dem Coronavirus am Arbeitsplatz zu vermeiden und gleichwohl eine möglichst effiziente Arbeitsorganisation sicher zu stellen, ist es wichtig, die Arbeitsschutzmaßnahmen einerseits so strikt wie nötig und andererseits auch so erträglich und praktikabel wie möglich zu gestalten“, so Britta Matthes, Leiterin der Forschungsgruppe „Berufe in der Transformation“.

Die komplette IAB-Studie ist online abrufbar unter: https://www.iab-forum.de/berufe-und-covid-19-pandemie-wie-hoch-ist-das-berufsspezifische-ansteckungsrisiko/

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