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Wirtschaftliche Zuversicht der Ärzte leicht gesunken

von Marzena Sicking

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Foto: pascalskwara - stock.adobe.com

Die niedergelassenen Ärzt:innen in Deutschland blicken wieder pessimistischer in die Zukunft. Das zeigt der Medizinklimaindex (MKI) der Stiftung Gesundheit für das 1. Quartal 2022.

Im Vergleich zum Herbst 2021 sank der Indikator für die wirtschaftliche Zufriedenheit und Zuversicht der Ärzt:innen um 1,7 Punkte. „Die Ärzte schätzen ihre wirtschaftliche Lage zwar etwas positiver ein, aber ihre Erwartung für die kommenden sechs Monate ist deutlich stärker gesunken“, erläutert Prof. Dr. Dr. Konrad Obermann, Forschungsleiter der Stiftung Gesundheit. „Daraus ergibt sich eine insgesamt negative Entwicklung des MKI.“

Zahn- und Fachärzt:innen pessimistisch, Psychologische Psychotherapeut:innen zuversichtlich

Pessimismus herrscht vor allem bei den Zahnärzt:innen: 40,1 Prozent von ihnen rechnen mit einer Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Lage, nur 2,7 Prozent erwarten eine Verbesserung.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Fachärzt:innen: Dort rechnen 37,2 Prozent mit einer negativen Entwicklung, während gerade einmal 5,8 Prozent von einer Verbesserung ausgehen.

Weitaus positiver beurteilen erneut die Psychologischen Psychotherapeut:innen die Situation: 50,7 Prozent von ihnen beschreiben ihre Lage als gut, weitere 42,8 Prozent als befriedigend und mehr als 70 Prozent rechnen damit, dass dies auch in den kommenden Monaten so bleiben wird.

Erstmals Apotheker und Heilpraktiker befragt

Zum ersten Mal befragte die Stiftung Gesundheit in der aktuellen Erhebung auch Apotheker:innen sowie Heilpraktiker. Das Medizinklima in den stationären Apotheken ist als dramatisch zu bezeichnen: Mit einem Saldo von -24,6 liegt es deutlich unter den vergangenen zehn Jahren gemessenen Klimata bei den Ärzt:innen (einzige Ausnahme: die Anfangsphase der Corona-Krise). Die wirtschaftliche Erwartung wird durchgängig als entweder neutral oder negativ bewertet, kein einziger Responder der Apotheker:innen äußerte positive Erwartungen an die Zukunft.

Über Ursachen lässt sich hier nur spekulieren, allerdings werden dabei die Digitalisierung der pharmazeutischen Versorgung und das Vordringen des Versandhandels sicherlich eine wichtige Rolle spielen.

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