Wie das PA-Studium Hausarztpraxen und Patient:innen stärkt
Was als persönlicher Entwicklungsschritt beginnt, ist für Hausarztpraxen heute ein Modell mit spürbarem Mehrwert. Für Silke Teufel war das duale Bachelorstudium zur Physician Assistant (PA) an der CBS University of Applied Sciences (ehemals EU|FH) der Weg in eine neue fachliche Rolle. Für die Hausarztpraxis, in der sie heute arbeitet, bedeutet dies mehr Struktur und Entlastung im Alltag. Und die Patient:innen profitieren vor allem von der besseren Erreichbarkeit und engeren Begleitung.
Praxisnah studieren, gezielt weiterentwickeln
Der Weg zur PA war für Silke Teufel als ausgebildete VERAH (Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis) eine bewusste Entscheidung. Ausschlaggebend war dabei nicht nur der Wunsch nach fachlicher Weiterentwicklung. Die gebündelten Präsenzphasen machten das duale Studium für sie gut mit Familie und Beruf vereinbar. Denn die CBS sorgt als anbietende Hochschule dafür, dass sich Theorie und Praxis optimal verzahnen.
So stand in Silke Teufels erstem Studienjahr noch viel Theorie im Vordergrund. Danach wuchs sie in neue Aufgaben hinein – zunächst eng an der Seite der Ärzt:innen, später mit ersten eigenen Verantwortungsbereichen wie körperlicher Untersuchung und einer Infektsprechstunde. Ein:e PA in seiner Hausarztpraxis zu beschäftigen, sieht auch ihr Arbeitgeber (Chef) Hausarzt Prof. Dr. Wolfgang von Meißner als Mehrwert: „Wir fördern das bei unseren MFAs, dass sie alle die Möglichkeit haben, dual zu studieren. Das Studium lässt sich komplett in den Praxisalltag und den Praxisablauf integrieren.“
Nah an den Patient:innen
Als PA übernimmt Silke Teufel im Praxisalltag Gesundheitsuntersuchungen, Sonografie, Atteste und das Vorbereiten ärztlicher Anliegen. Sie begleitet Patient:innen nicht nur punktuell, sondern erlebt auch, wie sich Behandlungen entwickeln und wie konkrete Hilfe im Alltag ankommt. Gerade diese Nähe zu den Patient:innen ist für sie ein wichtiger Teil ihrer Arbeit.
Die Dankbarkeit der Menschen empfindet sie als einen der schönsten Aspekte ihrer Tätigkeit – nicht nur, weil sie helfen kann, sondern auch, weil sie dabei zugleich die Ärzt:innen entlastet. Auch für Prof. Dr. von Meißner ist dieser Nutzen zentral. Durch den Einsatz von PAs verbessern sich aus seiner Sicht Erreichbarkeit und Versorgung der Patient:innen spürbar, da er dadurch Zeit dazugewinnt, die er seinen Patient:innen widmen kann.
Silke Teufel und ihr Chef Hausarzt Prof. Dr. Wolfgang von Meißner: Für beide bietet das PA-Studium von Silke Teufel einen großen Mehrwert.
Herausforderungen gezielt begegnen
Für Prof. Dr. von Meißner ist das Studium zur:m PA eine konkrete Antwort auf zentrale Herausforderungen in der hausärztlichen Versorgung: älter werdende Patienten, steigende Anforderungen im Versorgungsalltag und die Frage, wie gute medizinische Betreuung langfristig gesichert werden kann. Gleichzeitig eröffnet das duale Studienmodell die Möglichkeit, Mitarbeitende aus dem eigenen Team gezielt weiterzuqualifizieren und langfristig zu motivieren sowie zu binden.
„Die Hauptgründe, PAs bei uns in der Praxis zu etablieren, waren natürlich einmal der demografische Wandel und eine Möglichkeit, aus dem eigenen Team Mitarbeiter:innen weiter zu qualifizieren und anschließend PA studieren zu lassen. PAs sind ein ganz wesentlicher Teil der Lösung unserer Probleme im Gesundheitswesen“, erklärt er.
Ein Gewinn für das ganze Team
Auch das Praxisteam profitiert. Prof. Dr. von Meißner lässt viele Anliegen der Patient:innen und auch interne Rückfragen der MFA direkt durch die PAs umsetzen. So werden Probleme oft zielgerichtet gelöst oder so vorbereitet, dass ärztliche Entscheidungen schneller getroffen werden können. Sein Fazit bringt es auf den Punkt: „PAs im Team machen happy.“ Auch Silke Teufel fungiert als Bindeglied zwischen MFA und Hausarzt. Gerade bei kurzfristigen Anliegen oder in Phasen hoher Belastung schafft sie für alle Beteiligten in ihrer Rolle zusätzliche Flexibilität.
Sie unterstützt das Team im Praxisalltag, wenn Hilfe benötigt wird und kümmert sich um die Akutsprechstunde. Das schafft Entlastung im Team: „Meine MFA-Kollegen haben sehr positiv auf das Studium reagiert, weil ich eine Zwischenstation zwischen Arzt und MFA bin. Bei mir sind immer Termine frei, bei den Ärzten ist das manchmal schwieriger. Und ich helfe den MFAs auch, wenn es irgendwo brennt.“
Zeitliche Aufteilung für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Studium.
Zukunft gestalten – mit Physician Assistants
Im Verlauf des Physician Assistance-Studiums erlernen die Studierenden schrittweise alle relevanten Untersuchungstechniken, von der Anamnese und körperlichen Untersuchung über den Einsatz einfacher Hilfsmittel bis hin zu fortgeschrittenen Fertigkeiten wie EKG-Befundung, Sonographie, dem Legen von Zugängen und Nahttechniken. Mit ihrem Abschluss sind PAs in der Lage, im ärztlichen Team eigenständig delegierbare Tätigkeiten zu übernehmen und so Ärzt:innen effektiv zu entlasten, Abläufe zu beschleunigen und die Patientenversorgung nachhaltig zu verbessern.
Der Einstieg in das Studium an der CBS ist entweder mit Vorausbildung oder mit dem Vorkurs, bestehend aus Theoriemodulen und Praktika, möglich.
Quelle:CBS