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Hilfe für Schwangere mit Lungenhochdruck und hohem Risiko

von Melanie Söchtig

Schwangere Frau
Foto: Syda Productions - stock.adobe.com

Aufgrund des hohen Risikos wird Frauen mit pulmonaler arterieller Hypertonie (PAH) dringend davon abgeraten, schwanger zu werden. Kündigt sich dennoch Nachwuchs an, finden die werdenden Mütter Hilfe in der Klinik für Pneumologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).

Die PAH ist eine chronische Erkrankung, die unbehandelt schnell fortschreiten und einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen kann. „Wenn die Patientinnen jedoch medikamentös gut eingestellt und stabilisiert sind, können sie damit lange leben“, so. Prof. Karen Olsson, Oberärztin in der Klinik für Pneumologie. „Viele der betroffenen Frauen führen ein fast normales Leben und haben natürlich auch einen Kinderwunsch.“

Doch Schwangerschaft und Geburt stellen eine hohe Belastung für den gesamten Organismus dar, die sich kaum mit der schweren Krankheit vereinbaren lässt. So besteht bei schwangeren PAH-Patientinnen ein hohes Risiko für lebensgefährliche Komplikationen wie beispielsweise Herzversagen bei oder nach der Geburt.

In guten Händen

Die MHH gilt europaweit als Zentrum für Hochrisikoschwangerschaften bei Lungenhochdruck. „Dieser Erfolg beruht darauf, dass viele verschiedene Fachdisziplinen wie Pneumologie, Pränataldiagnostik, Geburtshilfe, Neonatologie, Anästhesie, Intensivmedizin sowie Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie sehr eng zusammenarbeiten“, erklärt Olsson. „Wir sind ein hochprofessionelles, extrem gut eingespieltes Team.“ So seien bei einer Geburt bis zu 20 Expertinnen und Experten unterschiedlicher Fachrichtungen dabei.

Bereits Monate vor dem geplanten Geburtstermin wird der gesundheitliche Zustand der Mutter engmaschig kontrolliert. Die Geburt erfolgt dann per Kaiserschnitt in der 36. bis 38. Schwangerschaftswoche. Der Eingriff wird im Vorfeld vom gesamten Team – bestehend aus bis zu 20 Expertinnen und Experten unterschiedlicher Fachrichtungen – minutiös durchgesprochen und geplant. Auch der technische Aufwand zur Überwachung der Mutter und des Kindes sei enorm, so Olsson. Für den Notfall werde beispielsweise eine sogenannte ECMO zur möglichen Herz-Kreislaufunterstützung außerhalb des Körpers bereitgehalten.

Bisher konnten so mehr als 25 Kinder von PAH-Patientinnen in der Klinik für Pneumologie der MHH gesund zur Welt gebracht werden. Und auch die Mütter haben sich von der Extremsituation wieder erholt. Interessierte können sich für weitere Informationen direkt an Olsson richten, entweder per E-mail (olsson.karen@mh-hannover.de) oder telefonisch (0511 532-3533).

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