50 Jahre Jung-Preis für Medizin: Auszeichnung würdigt unabhängige Spitzenforschung
Marzena SickingDer Jung-Preis für Medizin wird seit 50 Jahren vergeben und zählt zu den renommiertesten und höchstdotierten Medizinpreisen Europas. Zum Jubiläum hat die Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung an die Bedeutung unabhängiger Forschungsförderung erinnert.
Gewürdigt wurde das Jubiläum bei einem Senatsempfang im Hamburger Rathaus. Dort stand weniger die Festveranstaltung selbst im Mittelpunkt als der Anspruch, für den der Preis seit 1976 stehen soll: wissenschaftliche Freiheit. Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher: „Der Jung-Preis für Medizin trägt seit 50 Jahren dazu bei, Wissenschaft und Forschung zu fördern, besondere Leistungen anzuerkennen und damit gerade jungen Medizinerinnen und Medizinern Motivation zu geben, sich mit ihrem Talent und ihrer Leistungsbereitschaft für die Medizin einzusetzen, Ideen zu entwickeln und neue Wege zu gehen." Nach Angaben der Stiftung wird das Preisgeld ohne Konditionen vergeben. Preisträgerinnen und Preisträger können ihre Forschung damit ohne thematische Vorgaben weiterverfolgen.
Preis soll Forschung ohne Vorgaben ermöglichen
Genau darin sieht die Stiftung den besonderen Wert der Auszeichnung. In der Medizin vergehen oft Jahre, bis aus Forschungsergebnissen neue Verfahren für Diagnostik oder Therapie werden. Freie Mittel können in dieser Phase Spielräume schaffen, um neue Ansätze weiterzuentwickeln oder auf aktuelle Erkenntnisse schnell zu reagieren.
Bei dem Festakt wurde auch daran erinnert, dass der Jung-Preis immer wieder Forschende ausgezeichnet habe, deren Arbeiten die Medizin langfristig geprägt hätten. Genannt werden unter anderem Emmanuelle Charpentier, die später gemeinsam mit Jennifer Doudna den Nobelpreis für die CRISPR-Cas9-Genschere erhielt, sowie der Immunologe Rolf Martin Zinkernagel. Auch Özlem Türeci führt die Stiftung als Beispiel an: Ihre Arbeiten zur mRNA-Technologie trugen maßgeblich zur Entwicklung mRNA-basierter COVID-19-Impfstoffe bei.
Jung-Stiftung vergibt auch Medizinpreise 2026
Am selben Tag verlieh die Stiftung auch ihre Medizinpreise 2026: Den Jung-Preis für Medizin erhielt Professorin Rohini Kuner aus Heidelberg. Mit dem Jung-Karriere-Förderpreis wurde Dr. Fiona Kolbinger aus Dresden ausgezeichnet. Professor Taroh Kinoshita aus Osaka erhielt die Jung-Medaille für Medizin in Gold für sein Lebenswerk.
Nach Angaben der Stiftung investiert die Jung-Stiftung seit 1967 in Preise und Förderprojekte mit besonderer klinischer Relevanz. Gemeinsam mit Fellowships und Deutschlandstipendien ergibt sich demnach ein Fördervolumen von bis zu 650.000 Euro pro Jahr.
Quelle:Pressemitteilung der Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung, 22. Mai 2026