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Bundesweit stieg die Zahl der postmortalen Organspenderinnen und -spender 2025 moderat um 3,4 Prozent auf 985 Personen und erreichte damit den höchsten Stand seit 2012. Dennoch bleibt der Bedarf hoch: Rund 9.000 Menschen in Deutschland warten derzeit auf ein Spenderorgan, die meisten davon auf eine Niere.

Deutschland weiterhin im internationalen Vergleich hinten

Mit 11,8 Spenderinnen und Spendern pro eine Million Einwohner bleibt Deutschland im internationalen Vergleich weit zurück. Insgesamt konnten 2025 bundesweit 3.020 Organe entnommen und über Eurotransplant vermittelt werden – darunter 1.495 Nieren, 823 Lebern und 315 Herzen.

Transplantationszentrum Dresden mit steigenden Transplantationszahlen

Am Dresdner Universitätsklinikum wurden im vergangenen Jahr 57 Nierentransplantationen durchgeführt, darunter 14 Lebendnierenspenden. Auch hier zeigt sich ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 2024 (51 Transplantationen, 10 Lebendspenden).

Digitales Screeningtool DETECT verbessert Identifikation potenzieller Spender

Mit dem am Klinikum entwickelten Screeningtool DETECT steht Transplantationsbeauftragten ein digitales Hilfsmittel zur Verfügung, das auf Basis von Vitaldaten einen möglichen irreversiblen Hirnfunktionsausfall frühzeitig erkennt. Das Tool wird inzwischen auch in anderen Häusern eingesetzt.

Aufklärungskampagnen zeigen Wirkung

Neben der technischen Innovation setzt das Klinikum weiterhin auf umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit. 2025 beteiligte sich das Haus unter anderem an den World Transplant Games, der Radtour Pro Organspende sowie einem wissenschaftlichen Symposium zum 30-jährigen Bestehen des Nierentransplantationszentrums.

Ausblick: Interprofessioneller Organspendetag 2026

Zur weiteren Verbesserung der interprofessionellen Zusammenarbeit findet am 26. März 2026 der Organspendetag „Gemeinschaftsaufgabe verbindet“ am Universitätsklinikum Dresden statt.