Stimmungsbarometer Heilberufe: Zukunftssorgen nehmen zu
Marzena SickingDie wirtschaftliche Stimmung unter Praxisinhabern hat sich Ende letzten Jahres weiter eingetrübt. Besonders die Erwartungen für die kommenden Monate sind nochmals deutlich gesunken. Noch schlechter als bei niedergelassenen Ärzten ist die Stimmung allerdings bei den Apothekern.
Die wirtschaftliche Stimmung bei niedergelassenen Heilberuflern hat sich im vierten Quartal 2025 erneut verschlechtert. Laut dem aktuellen Stimmungsbarometer der Stiftung Gesundheit sank der Gesamtwert um 2,5 Punkte auf -13,0. Besonders besorgniserregend: Die Erwartung für die kommenden sechs Monate ging um 6,0 Punkte zurück. Lediglich die Einschätzung der aktuellen Lage verbesserte sich leicht um 1,5 Punkte.
Apotheker mit drastischem Stimmungseinbruch
Das Stimmungsbild fällt in den einzelnen Berufsgruppen sehr unterschiedlich aus. Den stärksten Rückgang verzeichneten Apotheker mit einem Minus von 11,9 Punkten – dem niedrigsten Wert seit rund einem Jahr. Auch bei Heilpraktikern (-5,7 Punkte auf einen Wert von 0,3) und Hebammen (-1,9 Punkte auf -40,6) verschlechterte sich die Stimmung. Hebammen bilden damit weiterhin das Schlusslicht.
Gegen den Trend entwickelten sich Ergotherapeuten: Ihre Stimmung verbesserte sich um 5,5 Punkte auf einen Wert von 2,7. Damit verlassen sie nach einem Jahr den negativen Bereich und führen erstmals seit Beginn der Erhebung das Stimmungsranking an. Auch Logopäden (+4,1 Punkte auf -7,6) und Physiotherapeuten (+0,9 Punkte auf -5,4) verzeichneten leichte Zuwächse.
Politik und Bürokratie belasten am stärksten
Der Einfluss von Negativ-Faktoren auf die Arbeitssituation ist im vierten Quartal gestiegen: 64,0 Prozent der Befragten fühlen sich durch politische Entscheidungen, gesetzliche Regelungen und Vorgaben der Selbstverwaltung beeinträchtigt. 43,2 Prozent empfinden die Digitalisierung als störend, 42,3 Prozent nannten die eigene Arbeitszeit als Belastungsfaktor. Alle drei Top-Faktoren lagen damit zweieinhalb bis drei Prozentpunkte höher als im Vorquartal.
Zur Methodik
Die Stiftung Gesundheit befragte vom 3. bis 10. Dezember 2025 insgesamt 12.181 Heilberufler aus dem Strukturverzeichnis der Versorgung. 491 valide Fragebögen flossen in die Auswertung ein (Rücklaufquote: 4,0 Prozent). Die Ergebnisse sind repräsentativ mit einem Konfidenzniveau von 95 Prozent. Das Stimmungsbarometer wird seit Anfang 2022 quartalsweise analog zum ifo-Geschäftsklima erhoben und erfasst die sechs größten Gruppen niedergelassener Heilberufler in Deutschland.