Was sich angestellte Heilberufler wirklich wünschen
Marzena SickingAngestellte Heilberuflerinnen und Heilberufler schätzen vor allem finanzielle Sicherheit, planbare Arbeitszeiten und den kollegialen Austausch. Das zeigt die apoBank-Studie „Anstellung im Fokus – Heilberufler im Wandel“.
Ärztinnen und Ärzte: Teamarbeit und flexible Arbeitszeiten im Fokus
Angestellte Hausärztinnen und Hausärzte arbeiten mit nur 5 Prozent am seltensten im Schichtdienst – ein wichtiger Faktor für ihre hohe Zufriedenheit mit dem aktuellen Arbeitszeitmodell, so jedenfalls das Ergebnis der ApoBank-Umfrage. Deutlich weniger zufrieden sind angestellte Fachärztinnen und Fachärzte (56 Prozent). Ein Drittel von ihnen würde gerne die Wochenarbeitszeit reduzieren. Neben einer angemessenen Vergütung (64 Prozent) spielt ein wertschätzender Umgang im Arbeitsalltag (53 Prozent) eine zentrale Rolle.
Zahnärzte: Wunsch nach mehr Unterstützung – aber hohe Niederlassungsbereitschaft
Mehr Teamunterstützung wünschen sich 55 Prozent der befragten Zahnärztinnen und Zahnärzte – der höchste Wert unter allen untersuchten Gruppen. Zwar zeigen sich 68 Prozent zufrieden mit ihrem Arbeitszeitmodell, gleichzeitig planen 44 Prozent, sich in den kommenden fünf Jahren selbständig zu machen. Für ein Angestelltenverhältnis spricht für viele jedoch der geringere administrative Aufwand (53 Prozent).
Apothekerinnen und Apotheker: Bürokratie als Belastungsfaktor
Besonders deutlich fällt die Belastung durch Bürokratie bei angestellten Apothekerinnen und Apothekern aus: 68 Prozent empfinden den administrativen Aufwand als größte Herausforderung. Die Arbeit im Angestelltenverhältnis bewerten sie aufgrund der höheren Planbarkeit positiv; nur 10 Prozent erwägen eine eigene Apotheke in den nächsten fünf Jahren.
Veränderungen im beruflichen Selbstverständnis
„Heilberufler erwarten klare Strukturen, planbare Arbeitsmodelle und verlässliche Rahmenbedingungen – unabhängig vom Karriereweg“, sagt Nicole Wortmann, Bereichsleiterin Gesundheitsmarkt bei der apoBank. Berufliche Lebenswege seien zunehmend hybrid: Anstellung, Kooperation und Selbständigkeit gingen immer häufiger ineinander über. „Die Versorgung wird teamorientierter, kooperativer und vielerorts größer organisiert. Für uns ist entscheidend, diese Entwicklungen zu verstehen und Heilberufler entsprechend zu begleiten.“