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Klinik

Fast‑Track: Bewährtes Konzept jetzt auch in der Urologie

Fast‑Track‑Chirurgie verfolgt das Ziel, Patienten nach Operationen schneller zu stabilisieren, Komplikationen zu reduzieren und die Selbstständigkeit früh wiederherzustellen. Das Konzept umfasst unter anderem optimierte Ernährung, ein multimodales Schmerzmanagement und eine engmaschige Begleitung.

Am UKW kommt Fast‑Track bereits in der Allgemein- und Gynäkologischen Chirurgie sowie bei radikalen Harnblasenentfernungen zum Einsatz. Nun wurde das Programm auf Nierenoperationen ausgeweitet. Die erste Patientin wurde im Januar durch das Team um den leitenden Oberarzt Dr. Charis Kalogirou operiert. Der Tumor konnte minimalinvasiv und organerhaltend entfernt werden.

Nur drei Tage stationär – dank moderner Betäubungstechnik

Wesentlich zum schnellen Heilungsverlauf beigetragen hat ein innovatives Regionalanästhesieverfahren. Beim sogenannten Quadratus‑Lumborum‑Block werden Nerven ultraschallgesteuert betäubt, was den Bedarf an Schmerzmitteln – insbesondere Opiaten – deutlich reduziert. Gleichzeitig ist eine frühere Mobilisation möglich. Auf eine Drainage konnte komplett verzichtet werden.

Ernährung, Bewegung, Mobilisation: Patientin aktiv eingebunden

Bereits vor dem Eingriff wurde die Patientin umfassend vorbereitet: Kohlenhydrat‑ und eiweißreiche Ernährung, Atemübungen und regelmäßige Spaziergänge waren Teil des Vorbereitungsprogramms.

Nach der Operation folgte eine konsequente Mobilisation:

  • Aufstehen bereits am OP-Tag

  • Steigerung der täglichen Mobilisationszeit von zwei auf acht Stunden

  • Feste, proteinreiche Kost ab dem Operationstag

  • Entfernung des Dauerkatheters nach einem Tag

Das Fast‑Track‑Team der Urologie betreute die Patientin während des gesamten Aufenthalts engmaschig und bleibt auch nach der Entlassung in Kontakt: Innerhalb von 30 Tagen erfolgen zwei telefonische Nachsorgegespräche.