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Grafik der Woche

Deutsches Organspende-Versagen

von A&W Online

Organspende
Foto: vchalup - stock.adobe.com

913 postmortale Organspender:innen zählt die Deutsche Stiftung Organtransplantation für das Jahr 2020. Demgegenüber stehen hierzulande fast 10.000 benötigte Organe auf der Warteliste – darunter über 7.300 Nieren.

Wie niedrig hierzulande die Bereitschaft zur Organspende ist, zeigt der Blick auf die Statista-Grafik. Kommen in Deutschland auf eine Million Menschen elf postmortale Organspender:innen, sind es in den USA und Spanien jeweils rund 38. Auch in Frankreich, Italien und Großbritannien werden deutlich mehr Organe gespendet.

Die Gründe für die geringe Zahl an Organspendern

Zu den Gründen für diese Entwicklung zählen vermutlich auch die zahlreichen Skandale der letzten Jahre. So sollen beispielsweise Mediziner in Göttingen, Regensburg, München und Leipzig Krankenakten manipuliert haben, um ausgewählte Patienten mit Spenderorganen zu versorgen. Außerdem ist es in Deutschland so, dass Menschen ausdrücklich zustimmen müssen, um im Todesfall Organspender zu werden.

Dagegen gilt in anderen Ländern, zum Beispiel Spanien, die Widerspruchslösung. Jeder, der nicht ausdrücklich verneint, kann hier nach seinem Tod Organspender werden. Die Ergebnisse dieser Regelung sprechen für sich. Kommen in Deutschland auf eine Million Einwohner 9,7 Spender, sind es in Spanien 46,9.

Neues Transplantationsgesetz gescheitert

Jens Spahn (CDU), Karl Lauterbach (SPD) und eine ganze Reihe weiterer Abgeordneter wollten das Transplantationsgesetz Anfang 2020 dahingehend ändern, dass künftig jeder Organspender:in sein soll, der oder die dem zu Lebzeiten nicht widersprochen hat. Der Bundestag lehnte diesen Gesetzentwurf mit 379 Nein-Stimmen ab. Besonders groß war die Ablehnung bei AfD und Grünen – wobei letztere einen eigenen Vorschlag zur Abstimmung vorgelegt haben, der im Bundestag eine Mehrheit gefunden hat.

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