So können Sie die Diagnostik bei Armfrakturen jetzt abrechnen
Dr. Ulrich KarbachDie sogenannte Grünholzfraktur kommt überwiegend bei Kindern vor. Ab Oktober 2025 gilt die neue GOP 33053. Hausärzte und einige andere Arztgruppen können die Sonografie der oberen Extremitäten bei Frakturverdacht bei bis zu Zwölfjährigen abrechnen und so die Strahlenbelastung vermeiden.
Wir alle wissen, dass bei Verdacht auf eine Fraktur üblicherweise die Abklärung radiologisch erfolgt. Ein Orthopäde sagte mir dazu kürzlich, dass ein konventionelles Röntgenbild, meist in zwei Ebenen, dazu bei Verdacht auf eine Fraktur der oberen Extremitäten völlig reiche. Dass dennoch so oft CT oder gar MRT eingesetzt werde, sei unwirtschaftliche Überdiagnostik.
Grenzen der klassischen Radiologie
Nicht immer zeigt ein Röntgenbild auch die Fraktur. Darauf weisen die Leitlinien aus der Chirugie hin. Natürlich, eine offene Fraktur der Extremitäten ist nicht zu übersehen. Bei der Diagnostik müssen dann Kollateralschäden des umgebenden Gewebes (Gefäße, Nerven) erfasst werden. Abgesehen von der Notfallversorgung kümmern sich darum in der Regel Unfallchirurgen oder Kollegen anderer operativer Fächer. Radiologisch schwer zu diagnostizieren sind sogenannte Grünholzfrakturen, um die es nachfolgend geht.
Grünholzfraktur
Wenn lange Röhrenknochen wie der Radius mechanisch überlastet werden, etwa bei einem Sturz, den man mit der Hand abfängt, kommt es oft zur Fraktur. Eine Besonderheit ist die sogenannte Grünholzfraktur. Bei Heranwachsenden kann eine Biegebelastung dabei zur Schädigung des Periost auf der gedehnten Seite führen, während der restliche Knochen oft nicht geschädigt wird. Radiologisch ist dies kurz nach dem Akuereignis oft schwer zu sehen. Folglich wird der Arm ruhiggestellt und nach drei bis fünf Tagen noch einmal ein Bild gemacht. Da sieht man dann oft die beginnende Kallusbildung. Eine unnötige Ruhigstellung belastet die Kinder stark.
Sonografische Diagnostik
Mit Wirkung zum vierten Quartal 2025, also ab 1. Oktober, ist die sonografische Diagnostik der oberen Extremität zur Bestätigung und zum Ausschluss einer Fraktur mit Gebührenordnungsposition (GOP) 33053 abrechenbar. Unter anderem dürfen Hausärztinnen und -ärzte, Pädiaterinnen und Pädiater sowie chirurgische Kolleginnen und Kollegen diese GOP bei Patienten bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr abrechnen. Dafür müssen sie ihre Kompetenz in der Fraktursonografie (6-stündige Fortbildung) der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung (KV) nachweisen und die Erweiterung ihrer Sonografiegenehmigung um die 33053 beantragen. Erst wenn die Genehmigung vorliegt, ist die GOP 33053 auch abrechenbar.
Sonografischer Befund
Geschlossene Frakturen von Oberarmknochen mit leichter Verschiebung der Knochenenden sind sonografisch gut zu erkennen. Wenn keine osteosynthetische Intervention nötig ist, wird der Knochen gerichtet und danach meist mittels Gips ruhiggstellt. Kniffliger ist es bei einer Grünholzfraktur. Mit hochauflösendem Ultraschall ist dabei die Verletzung der Knochenhaut detektierbar. Das wird in der entsprechenden Schulung zur Fraktursonografie präzise gezeigt. Auch dann wird der betreffende Knochen entsprechend ruhiggestellt. Die Heilungsprognose ist bei Grünholzfrakturen generell besser als bei geschlossenen Frakturen mit verschobenen Frakturenden.
Fraktursonografie
Neue GOP 33053 (ab 1. Okt. 2025)
Maximal bis zum vollendeten 12. Lebensjahr abrechenbar
Extrabudgetäre Vergütung
KV-Genehmigung erforderlich