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Allgemeinmedizin
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Das weitverbreitete respiratorische Synzytial-Virus (RSV) verursacht nicht nur Husten und Erkältungen, sondern kann auch zu lebensbedrohlichen Lungeninfektionen führen. Kinder unter zwei Monaten haben das höchste Risiko für schwere RSV-Infektionen und Todesfälle. Darüber hinaus sind ältere Erwachsene für komplizierte Krankheitsverläufe prädestiniert. 

RSV-Stämme A und B: Unterschiede im G-Protein entscheidend

Das RS-Virus ist ein einzelsträngiges RNA-Virus aus der Familie der Pneumoviridae, das eine doppelschichtige Lipidhülle besitzt, in die Glykoproteine eingelagert sind, darunter ein Fusions(F)- und ein Adhäsions(G)-Protein. Es gibt zwei Gruppen von RS-Viren, A und B, die sich in der Antigenstruktur des G-Proteins unterscheiden. Virusstämme beider Gruppen zirkulieren gleichzeitig, wobei Gruppe A meistens dominiert. 

STIKO-Empfehlungen 2024: RSV-Impfung ab 75 Jahren

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt seit August 2024 für alle Personen ab einem Alter von 75 Jahren eine einmalige RSV-Impfung. Zudem wird Personen ab einem Alter von 60 Jahren, die an einer schweren Grunderkrankung leiden oder in einer Pflegeeinrichtung leben, eine einmalige RSV-Impfung empfohlen. Es stehen zwei proteinbasierte RSV-Impfstoffe, die das rekombinante Präfusionsform-F-Protein (preF) als Antigen enthalten, und ein mRNA-RSV-Impfstoff zur Verfügung. Diese Impfstoffe können ausnahmslos bei Personen ab 60 Jahren eingesetzt werden.

Außerdem empfiehlt die STIKO für alle Neugeborenen und Säuglinge in ihrer ersten RSV-Saison eine einmalige RSV-Prophylaxe mit einem monoklonalen Antikörper. Er kann simultan mit anderen Standardimpfungen verabreicht werden. 

77 Prozent weniger Lungenentzündungen durch RSV-Impfung

In der Cochrane-Metaanalyse wurde anhand von 14 internationalen klinischen Studien die Effektivität und Sicherheit von RSV-Impfstoffen untersucht. Diese Studie umfasste über 100.000 Teilnehmer, darunter ältere Erwachsene, Schwangere, Frauen im gebärfähigen Alter und Kinder. Die Ergebnisse lieferten starke Hinweise darauf, dass die proteinbasierten RSV-Präfusionsimpfstoffe bei älteren Erwachsenen RSV-assoziierte Erkrankungen der unteren Atemwege wie Lungenentzündung und Bronchitis um 77 Prozent und akute Atemwegserkrankungen, wie Erkältungen, um 67 Prozent reduzieren. 

Nestschutz durch maternale Impfung

Die Impfung schwangerer Frauen mit einem rekombinanten proteinbasierten RSV-Impfstoff minimierte das Risiko, dass ihre Kinder wegen einer RSV-assoziierten Erkrankung der unteren Atemwege medizinisch versorgt werden mussten, um 54 Prozent, senkte zudem das Risiko der Babys für eine schwere RSV-assoziierte Erkrankung um 74 Prozent und verringerte das Risiko einer Krankenhausaufnahme um 54 Prozent.

Übertragung durch Tröpfchen und Schmierinfektion

Die Übertragung des RS-Virus erfolgt in erster Linie durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch. Die Schleimhaut der oberen Atemwege und die Konjunktiven bilden die Eintrittspforten. Auch eine Übertragung über Hände, Gegenstände und Oberflächen direkt auf die Schleimhaut der Atemwege scheint möglich.

Quellen:

u. a. Cochrane Database Syst Rev 2025;9(9):CD016131

www.rki.de