Wissenschaftliches Institut der AOK

Lange Fehlzeiten von Beschäftigten nach Krankenhausbehandlung wegen Covid-19

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die wegen einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden, fehlen anschließend auch lange am Arbeitsplatz. Das zeigt eine Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).

Ausgewertet wurden die Daten von rund 2.600 AOK-Versicherten, die wegen einer COVID-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt wurden. In den ersten drei Monaten nach ihrem Klinikaufenthalt hatten die Betroffenen durchschnittlich 31 Fehlttage. Nach sechs Monaten hatten sie durchschnittlich 45,9 Tage krankheitsbedingt im Betrieb gefehlt. In den ersten neun Monaten nach der Behandlung im KKH kamen die Ex-COVID-19-Patienten dann auf insgesamt 61,6 Fehltage. Damit fielen sie im Vergleich zu den anderen Beschäftigten viermal so lange aus (5,1, 10,1 und 15 Fehltage).

„Die Ergebnisse zeigen, dass eine schwere Covid-19-Erkrankung auch mittel- und längerfristige Auswirkungen auf die Gesundheit der Beschäftigten haben kann. Und dass diese Beschäftigten auch im weiteren zeitlichen Verlauf noch überdurchschnittlich lange an ihrem Arbeitsplatz fehlen. Angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante gilt es, weiterhin vorsichtig zu bleiben und die Gesundheit der Beschäftigten durch entsprechende Maßnahmen in den Betrieben zu schützen“, sagt Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO.

241.000 Beschäftige wegen Corona arbeitsunfähig

Von den 14,7 Millionen AOK-versicherten Beschäftigten erhielten im Zeitraum von März 2020 bis März 2021 mehr als 241.000 Beschäftige (1,6 Prozent) eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aufgrund einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus. Knapp 21.000 (8,7 Prozent) dieser Beschäftigten mussten wegen eines besonders schweren Verlaufs der Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden.

Erkrankung des Atmungssystems häufiger Grund für die hohe Zahl der Fehltage

Ursache für die Fehlzeiten bei den Erwerbstätigen, die zuvor wegen Covid-19 im Krankenhaus behandelt wurden, waren vor allem Atemwegserkrankungen. Innerhalb des neunmonatigen Beobachtungszeitraums entfallen im Durchschnitt 27,1 Fehltage auf diese Diagnosegruppe. In der Vergleichsgruppe der AOK-versicherten Beschäftigten mit mindestens einer Krankschreibung in diesem Zeitraum sind es nach Angleichung der Alters- und Geschlechtsunterschiede zwischen den Gruppen lediglich 5,0 Fehltage. Weitere relevante Diagnosegruppen sind infektiöse und parasitäre Krankheiten (9,6 Fehltage), Herz- und Kreislauferkrankungen (9,5 Fehltage), psychische Erkrankungen (7,7 Fehltage), Erkrankungen des Nervensystems (6,8 Fehltage), Stoffwechselerkrankungen (5,6 Fehltage) und Erkrankungen des Verdauungssystems (3,3 Fehltage). Bei allen genannten Diagnosegruppen liegen die Fehlzeiten deutlich über dem Vergleichswert aller Beschäftigten mit mindestens einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.

Beschäftigte mit schweren Covid-19-Verläufen auch schon mehr Fehlzeiten vor der Pandemie

Auffällig ist allerdings auch das: Beschäftigte, die im Jahr 2020 mit einer Covid-19-Infektion stationär behandelt werden mussten, hatten auch schon vor der Pandemie überdurchschnittlich hohe Fehlzeiten. Mit 24,5 Fehltagen (alters- und geschlechtsstandardisiert) lag ihr Wert bereits im Jahr 2019 deutlich über dem Durchschnitt aller AOK-versicherten Erwerbstätigen (20,1 Fehltage). Das bestätigt die Annahme, dass Menschen mit Vorerkrankungen besonders gefährdet sind, einen schweren Verlauf zu erleiden.

Fehlzeiten von Beschäftigten nach Krankenhausbehandlung wegen Covid-19

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