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Gesundheitsminister Lauterbach hält eAU und eRezept für unausgereift

von Marzena Sicking

Arzt hält zwei lose Kabel in der Hand
Foto: HNFoto - adobe.stock.com

Nach anhaltender Kritik der Ärzteschaft zieht Gesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach die Reißleine: Er hat die Einführung von elektronischer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und elektronischem Rezept vorerst gestoppt.

Wie schon sein Vorgänger Jens Spahn stellte sich der Bundesgesundheitsminister im KBV-Format „Im PraxisCheck“ den Fragen der Ärzteschaft. Auf eAU und eRezept angesprochen, erklärte Karl Lauterbach (SPD), er habe beide Vorhaben gestoppt und eine „Strategiebewertung“ in seinem Ministerium angeordnet.

Digitale Anwendungen „müssen einen spürbaren Nutzen für Arzt und Patienten haben“, bestätigte Lauterbach die Forderungen der Ärzteschaft. Bei Elektronischer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) und eRezept würde aber niemand sagen, „das bringt uns jetzt nach vorn“. Der Nutzen für Ärzte und Patienten sei bisher eher gering, die Fehleranfälligkeit hoch. So mache es doch wenig Sinn, ein eRezept auszustellen, wenn dazu noch eine Quittung ausgedruckt werden müsse. Sein Fazit: Was nicht 100-prozentig ausgereift sei, könne nicht in die Fläche gebracht werden.

Lauterbach setzt auf ePA

Einen klaren Nutzen für Ärzte und Patienten sieht Lauterbach hingegen bei der elektronischen Patientenakte (ePA). Die Digitalisierung von Befunden und Untersuchungen sei in der Praxis wirklich hilfreich, so der Minister. Beim Einholen von Zweitmeinungen müssten keine dicken Aktenordner mehr durchforstet werden. Es brauche aber auch eine Suchfunktion, mit der Ärzte in der ePA schneller finden, was sie suchen.

Wer jetzt allerdings hofft, dass eAU und eRezept vom Tisch sind, wird enttäuscht. Beide Anwendungen sollen noch kommen. Allerdings erst nach ausreichender Testung und mit voller Funktionsfähigkeit. Wann genau das sein wird, ließ Karl Lauterbach offen.

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