Telematikinfrastruktur

TI-Atlas vorgestellt: gematik will für mehr Transparenz sorgen

Eine neue Publikation soll für mehr Transparenz bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens sorgen: Im „TI-Atlas“ stellt die gematik künftig Zahlen, Daten und Fakten zur Verfügung und zeigt, was bisher erreicht wurde – und wo noch Entwicklungspotenziale bestehen.

Der Status von Anwendungen wie der elektronischen Patientenakte (ePA) bei Medizinern und Versicherten wurde durch Umfragen unabhängiger Institute in zwei Vergleichsquartalen 2021 erhoben, ausgewertet und analysiert. Die Ergebnisse wurden im TI-Atlas veröffentlicht. Dr. Markus Leyck Dieken, Geschäftsführer der gematik, erklärt: „Mit unserer neuen Publikation geben wir interessante und wichtige Einblicke, wie es um die Digitalisierung des Gesundheitswesens in Deutschland im Rahmen der Telematikinfrastruktur steht. Damit sorgen wir für noch mehr Transparenz unserer Arbeit.“

Tatsächlich sind die Ergebnisse interessant, zeigen aber nicht nur die Fortschritte, sondern vor allem die Defizite, die es in vielen Praxen noch gibt.

So viele Praxen und Einrichtungen sind an die TI angeschlossen

Immerhin: Laut TI-Atlas schreitet die Digitallisierung des Gesundheitswesens mit großen Schritten voran. So sind bereits

  • 93% der Arztpraxen
  • 88% der Psychotherapeutischen Praxen
  • 97% der Zahnarztpraxen
  • 96% der Apotheken
  • 88% der Krankenhäuser

an die TI angeschlossen.

Ein Drittel der (Zahn-)Ärzteschaft ist mit dem Heilberufsausweis und mindestens einer Anwendung vollumfänglich einsatzbereit. 4 von 10 Arztpraxen und ein Drittel der Apotheken in Deutschland haben den E-Medikationsplan bereits in ihre Systeme integriert.

Bekanntheit der Anwendungen hoch, Nutzen gering

Die meisten Heilberufler setzen sich mit dem Thema Digitalisierung auseinander und kennen auch die entsprechenden Anwendungen. Die elektronische Patientenakte (ePA) ist in medizinschen Einrichtungen mit 90 Prozent die bekannteste. Jede dritte Arztpraxis hat sie bereits installiert, jedoch ist der Nutzungsgrad noch sehr gering (3% bei Ärzten und Zahnärzten). Für Krankenhäuser ist der Notfalldatensatz besonders wichtig. Der Bekanntheitsgrad liegt bei mehr als 80 Prozent. Aber nur ein Drittel der Arztpraxen und Klinken kann auch auf die Notfalldaten zugreifen.

Kein Vertrauen in die Datensicherheit

Außerdem zeigt die Datenanalyse, dass die mesiten Heilberufler sich große Sorgen um die Datensicherheit machen. Nur 43 Prozent haben Vertrauen in die Sicherheit von Daten in der TI. 40 Prozent in die auf der eGK und nur 30 Prozent in die der ePA. Misstrauischer sind nur noch die Psychotherapeuten mit Ergebnissen von 38 Prozent, 33 Prozent und 16 Prozent.

Hier können Sie den TI-Atlas runterladen

Der komplette TI-Atlas steht als Publikation auf der Webseite www.ti-atlas.de zur Verfügung und hier als pdf zum Download.

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Die Digitalisierung hält in immer mehr Bereichen Einzug. So ist es keine Überraschung, dass sie mittlerweile auch in Gesundheitseinrichtungen viele Anwendungsmöglichkeiten findet. Spätestens die C... Mehr
Author's imageIlias TsimpoulisManaging Director bei Doctolib

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