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Onkologie
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Dänische Studie mit 1.900 Patienten: Ergebnisse zu Kryo- und Radiofrequenzablation

In einer großangelegten nationalen Studie prüfte eine dänische Forschergruppe die Effizienz von Kryo- und Radiofrequenzablation zur Behandlung kleiner Nierentumoren im Stadium T1a (Größe 1 mm bis 5 mm) im Vergleich zu einer Teilresektion der Niere oder der Nephrektomie. Wie die Hauptautorin der Studie Dr. Iben Lyskjær, tätig am Aarhus-Krankenhaus in Dänemark und an der Universität Aarhus, berichtete, nahmen knapp 1.900 Patienten an der Studie teil, bei denen innerhalb des Zeitraums von Januar 2013 bis Dezember 2021 ein T1a-Nierenzellkarzinom diagnostiziert worden war.

Nierentumoren als Zufallsbefunde: Häufig und belastend für das Gesundheitssystem

Die Studie wurde aufgrund der Tatsache initiiert, dass Nierentumoren in diesem Stadium immer häufiger per Zufall in bildgebenden Verfahren gefunden werden, die bei anderen klinischen Untersuchungen angefertigt werden. „Diese zufällig entdeckten Krebserkrankungen belasten die Gesundheitssysteme zunehmend“, erklärte Lyskjær in einer Pressemitteilung der Radiological Society of North America (RSNA). „Zwar verbessert die Früherkennung die Behandlungsergebnisse, doch erhöht sie auch den Bedarf an einer besseren Risikostratifizierung und besseren Behandlungsoptionen.“ Während die chirurgische Tumorresektion bisher als Standardtherapie für das Nierenzellkarzinom im Stadium T1a gilt, hat sich daneben die Ablation als weniger invasive Alternative etabliert, da sie potenziell die Komplikationen, Krankenhausaufenthalte und Kosten reduzieren kann. Seit ihrer Einführung in Dänemark im Jahr 2006 hat die Zahl der Ablationen stetig zugenommen. 

An der Studie von Lyskjær und ihrem Team nahmen insgesamt 1.862 erwachsene Patientinnen und Patienten mit einem Medianalter von 64 Jahren teil, davon 1.305 Männer. Die Patienten wurden in eine Ablationsgruppe (n = 540), eine Resektionsgruppe (n = 1.002) und eine Nephrektomiegruppe (n = 320) eingeteilt. In der Ablationsgruppe wurden 42 Patienten mit einer Radiofrequenzablation behandelt, die übrigen 498 Patienten erhielten eine Kryoablation.

Ablation gleichwertig zur chirurgischen Resektion

Die Auswertung der Daten ergab keinen Unterschied bezüglich der Progression der Tumorerkrankung zwischen den Ablations- und Resektionsgruppen. Allerdings lag die Rate lokal auftretender Rezidive nach einer Ablation höher als nach einer Resektion und einer Nephrektomie (2,41 % bzw. 1,20 % und 0 %). Diesen Befund bewertete Lyskjær aber nicht als problematisch: „Obwohl die lokale Rezidivrate in der Ablationsgruppe etwas höher war, können rezidivierende Tumoren erfolgreich mit einer weiteren Ablation oder Operation behandelt werden. Wichtig ist, dass Patienten in der Studie, bei denen lokale Rezidive auftraten, keine schlechtere Gesamtüberlebensrate aufwiesen“, so die Forscherin. 

Weniger Komplikationen und kürzere Krankenhausaufenthalte bei Ablation

  • Fernmetastasen traten bei Patienten, die sich einer Nephrektomie unterzogen hatten (4,38 %), häufiger auf als bei denen, die eine Resektion oder Ablation erhielten (1,90 % bzw. 1,67 %).

  • Patienten der Ablationsgruppe hatten die kürzesten Krankenhausaufenthalte, wobei die meisten noch am selben Tag nach Hause entlassen wurden.

  • Sie wiesen die geringste Anzahl an Krankenhauskontakten innerhalb von 30 Tagen nach der Therapie auf, was nach Interpretation der Autoren auf weniger Komplikationen hindeutete.

Ablationsmethoden in der Praxis: RFA und Kryoablation

Bei Patienten mit kleinen Nierentumoren und hoher Komorbidität und/oder begrenzter Lebenserwartung können zur lokalen hitze- oder kältedingten Nekrotisierung des Tumorgewebes gemäß den Leitlinien die Radiofrequenzablation (RFA) oder die Kryoablation angeboten werden. Die RFA erfolgt demnach bildgebungsgestützt perkutan, die Kryo­ablation perkutan oder laparoskopisch.

Quellen:

Ahrenfeldt J et al: Radiology 2026;318(3):e251485

Pressemitteilung: rsna.org/news

S3-Leitlinie: AWMF-Reg.Nr. 043-017OL

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