Geldanlage mal anders

Alternative Investments: Im Premium-Segment ist immer Luft nach oben

Luxus-Sachwerte wie Oldtimer, Uhren oder edle Whiskys können eine interessante Alternative und Ergänzung zum Wertpapierdepot sein. Investments sind hier zudem auch für kleines Geld möglich, meint unser Gastautor Thomas Hünicke*.

Welche Anlageklasse hat 40 Prozent Preiswachstum in nur einem Jahr hingelegt und in zehn Jahren einen Wertzuwachs von satten 582 Prozent verbucht? Whisky! Laut dem diesjährigen Knight Frank Luxury Investment Index hat Whisky auf Zehn-Jahres-Sicht Autos (258 Prozent), Münzen (193 Prozent), Kunst (158 Prozent) und Wein (147 Prozent) hinter sich gelassen.

Es geht auch eine Nummer kleiner

Natürlich kann sich nicht jeder einen The Macallan 1926 (Whisky) kaufen, der 1,5 Millionen US-Dollar auf einer Versteigerung bringt. Auch der Erwerb eines Alten Meisters oder eines Kunstwerks eines zeitgenössischen Spitzenkünstlers wie David Hockney, der Kauf eines Ferrari 250 GTO von 1962 oder einer Rolex Daytona Unicorn von 1970 sind für die allermeisten Menschen völlig unerschwinglich. Doch es existieren genügend Möglichkeiten, mit kleinen Summen ein Portfolio an Sachwerten aufzubauen.

Youngtimer können zu Sammlerobjekten werden

Bei Autos kann man mit Youngtimern anfangen. Das sind Fahrzeuge zwischen 15 und 29 Jahren, die in der Regel für unter 20.000 Euro erhältlich sind. Gut gepflegte Modelle haben deutliches Entwicklungspotenzial, vom Mercedes-Benz 200 (W 115) über den BMW Z3 bis hin zu bestimmten Modellen von Saab, Fiat und Citroën. Legt man Berechnungen der Schweizer Großbank Credit Suisse zugrunde, so haben Oldtimer nach Abzug der Inflation zwischen 1980 und 2017 pro Jahr durchschnittlich acht Prozent an Wert gewonnen (nach Abzug der Inflation). Wichtig ist für Anleger, sich mit den Vor- und Nachteilen eines Investments ohne Scheuklappen auseinanderzusetzen und Wagen insbesondere technisch und optisch professionell zu bewerten und neben dem Wertsteigerungspotenzial auch Pflege- und Unterhaltsaufwand zu kalkulieren.

Nur Sonderabfüllungen haben Wert-Potential

Bei Whisky wiederum ist es wichtig, limitierte Abfüllungen beziehungsweise Sonderabfüllungen zu kaufen. Diese gibt es bereits ab 100 Euro. Schon nach einem Jahr können sie 20- bis 30-prozentige Wertsteigerungen erzielen. Dass Investoren dafür zur richtigen Zeit verkaufen müssen, um Renditen zu erwirtschaften, versteht sich von selbst. Ebenso muss Whisky so gelagert werden, dass die Flaschen keinen Schaden nehmen. Ohne Etikett beispielsweise ist die Flasche kaum noch etwas wert.

Kunst, ebenfalls ein mehr und mehr begehrter, sehr emotionaler und ansprechender Sachwert, steht genauso für gute Gewinnchancen. Eine Studie hat ergeben, dass eine jährliche Rendite von sieben Prozent bei einer durchschnittlichen Haltedauer von elf Jahren möglich ist. Einen günstigen Einstieg schaffen Anleger mit Fotografien. International etablierte fotografische Kunstwerke sind bereits ab 2.000 Euro erhältlich, was eine breite Streuung ermöglicht.

Auch ETFs setzen auf Luxus

Wer das alles nicht will, kann in Fonds und ETFs investieren, die sich mit dem Thema Luxus auseinandersetzen. Beispiele dafür sind der Pictet Premium Brands (ISIN: LU0217139020), der Amundi S&P Global Luxury ETF (ISIN: LU1681048630) und der GAM Luxury Brands Equity (ISIN: LU0329430473). Sie haben allesamt im Corona-Jahr 2020 ein Plus erwirtschaftet.

*Thomas Hünicke ist geschäftsführender Gesellschafter der WBS Hünicke Vermögensverwaltung GmbH in Düsseldorf.

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