SpiFa dehnt Kampagne aus

Hygienefinanzierung: „Blockadehaltung und Realitätsferne der gesetzlichen Krankenkassen“

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) liegt mit den gesetzlichen Krankenkassen weiterhin im Clinch. Denn diese verweigern nach wie vor höhere Angebote zur Finanzierung von Hygiene- und Aufbereitungsmaßnahmen in Arztpraxen. Die SpiFa spricht von „Blockadehaltung“ und „Realitätsferne“.

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) hat angekündigt, seine Kampagne zum Thema „Hygienefinanzierung“ fortzusetzen und weiter auszudehnen.

Die Kampagne richtet sich gegen die „fortwährende Verweigerungshaltung“ der gesetzlichen Krankenkassen, bessere Angebote zur Finanzierung von Hygiene- und Medizinprodukteaufbereitungsmaßnahmen vorzulegen. Für Niedergelassene bedeutet das finanzielle Einbußen. Denn die Kosten für Hygiene und qualitätsgesicherte Aufbereitung von medizinischen Geräten sind in den letzten Jahren erheblich angestiegen. Laut SpiFa können sie aus den von den gesetzlichen Krankenkassen für die damit zu erbringenden Leistungen am Patienten gezahlten Beträge nicht mehr gedeckt werden.

Angebotene Pauschale zur Hygienefinanzierung nicht akzeptabel

Dr. med. Axel Schroeder, Mitglied des SpiFA-Vorstandes.

Dr. med. Axel Schroeder,
Mitglied des SpiFA-Vorstandes. Foto: SpiFa

Zwar haben die Krankenkassen durchaus schon Zuschüsse angeboten, doch die reichen dem Verband zufolge bei weitem nicht aus. Dazu Dr. med. Axel Schroeder, Vorstandsmitglied des SpiFa e.V.: „Die zuletzt von den gesetzlichen Krankenkassen angebotene zusätzliche Pauschale über im Schnitt 960 Euro pro Jahr und Praxis ist völlig realitätsfern und benachteiligt zudem Fachrichtungen, die durch einen besonders hohen Hygieneaufwand gekennzeichnet sind. Wir werden daher nicht müde, auf Bundes- und Landesebene unsere Positionen für die Fachärztinnen und Fachärzte in die Honorarverhandlungen zwischen KBV und KVen einerseits als auch den gesetzlichen Krankenkassen andererseits zu verdeutlichen.“

Gerade die Pandemie habe deutlich gemacht, wie wichtig ein Schutz vor lebensgefährlichen Infektionen ist. Diesen Schutz für Patienten, Mitarbeiter und nicht zuletzt sich selbst könnten die Fachärztinnen und Fachärzte aber nur gewährleisten, wenn ihnen dafür die nötigen Mittel bereitgestellt werden.

Kampagne läuft seit Mitte August

Bereits seit Mitte August geht der SpiFa im Zusammenschluss der Fachärztinnen und Fachärzte seiner Mitgliedsverbände bundesweit auf die gesetzlich Versicherten zu, um sie für die gestiegenen Kosten und die Verweigerungshaltung der Krankenkassen zur Kostenübernahme zu sensibilisieren. Darüber hinaus werden auch bestimmte Leistungen nicht mehr im gewohnten Ausmaß angeboten. Das hat zwar Auswirkungen bei den Patienten, die gesetzlichen Krankenkassen und der GKV-Spitzenverband zeigen sich bisher aber eher unbeeindruckt. Sie üben sich weiterhin in Zurückhaltung. Auch seitens der Politik gibt es laut SpiFa bisher keine Signale, sich des Themas anzunehmen.

Auswirkungen auf Qualität der Behandlung befürchtet

Daher haben sich der SpiFa und seine Mitgliedsverbände dazu entschlossen, die Maßnahmen noch einmal deutlich auszuweiten und zu verlängern. „Sollte es weiterhin seitens der Politik und der Krankenkassen kein Einsehen geben, werden Ärzte in Zukunft noch mehr gezwungen sein, an anderen Stellen Einsparungen vorzunehmen. Das geht in den meisten Praxen nur noch über Reduzierung von Fachpersonal“, so Schroeder. Dies gehe bedauerlicherweise wiederum zu Lasten der Patienten, der Qualität der Behandlung und wirke sich mittelfristig auch auf das Gesundheitssystem und den Arbeitsmarkt aus“.

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