Umfrage

Umgang mit GKV-Beiträgen: 86 Prozent sind für eine gesetzliche Veröffentlichungspflicht

Für fast 90 Prozent der GKV-Versicherten ist die Verwaltung der GKV-Beiträge eine große Unbekannte. So lautet das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von YouGov im Auftrag der SBK Siemens-Betriebskrankenkasse. Die Befragten haben keine Vorstellung davon, wie Krankenkassenbeiträge verwaltet werden. Doch der Wunsch nach mehr Nachvollziehbarkeit und Transparenz ist groß.

Etwa drei Viertel der 1.815 Teilnehmer wünschen sich mehr Informationen zur finanziellen Situation der eigenen Krankenkasse. Knapp 70 Prozent wünschen sich zudem nachvollziehbarere Verteilungsmechanismen für ihre GKV-Beiträge.

Verwaltung von Kassenbeiträgen ist eine große Unbekannte

41 Prozent geben an, nicht zu wissen, wie Kassenbeiträge verwaltet werden. 34 Prozent gehen davon aus, dass die Kassen die Beiträge ihrer Versicherten selbst verwalten. Nur 23 Prozent wissen um die zentrale Verwaltung der Einnahmen. Fast die Hälfte (45 Prozent) ist dafür, dass Krankenkassen selbst entscheiden sollen, wie sie mit ihren Beitragseinnahmen umgehen. Allerdings wünschen sich die meisten Befragten auch mehr Transparenz im Umgang mit den Versichertengeldern. Fast 91 Prozent der Teilnehmer sprechen sich für regelmäßige Finanzberichte der gesetzlichen Kassen aus. 86 Prozent fordern sogar eine gesetzliche Verpflichtung, die Kassenfinanzen offenzulegen.

Weitere Ergebnisse der Umfrage im Überblick

  • 29 Prozent der Befragten denken, dass es einen einheitlichen Beitragssatz für alle gesetzlichen Krankenkassen gibt. Ein Drittel der Befragten weiß nicht, dass sich der Krankenkassenbeitrag aus einem einheitlichen Satz und einem kassenindividuellen Zusatzbeitrag zusammensetzt.
  • 23 Prozent der Befragten geben an, dass die Krankenkassenbeiträge zentral verwaltet werden. 34 Prozent denken, dass ihre Kassen die Einnahmen selbst verwalten. 41 Prozent geben an, es nicht zu wissen.
  • 51 Prozent wünschen sich, dass der Prozess der Geldverteilung für die Krankenkassen nachvollziehbar und kontrollierbar ist. Über die Hälfte der Befragten (58 Prozent) wünscht sich, dass der Prozess für die interessierte Öffentlichkeit transparenter ist. Auch Verbraucherzentralen (47 Prozent) und der Bund der Steuerzahler (45 Prozent) sollten laut der Befragten einen transparenteren Einblick in den Prozess bekommen. Nur 8 Prozent haben vollstes Vertrauen in die Experten, die für eine gerechte und fehlerfreie Verteilung der Beiträge an die Krankenkassen sorgen.

 

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