Geld- und Freiheitsstrafen drohen

Steuerhinterziehung: Warum sich schummeln nicht lohnt

Hier ein paar Kilometer im Fahrtenbuch geschönt, dort private Kosten den Praxiskosten zugeschlagen: Steuerhinterziehung beginnt nicht erst bei ein paar Millionen, sondern schon im Kleinen. Doch schummeln kann auch hier ganz schön teuer werden.

Bei der Steuererklärung gerät so mancher Arzt in Versuchung. Schummeln ist tatsächlich nicht besonders schwer, beispielsweise bei etwas höher angesetzten Kilometerangaben. Allerdings ist es trotzdem besser, der Versuchung zu wiederstehen. Sie können nämlich davon ausgehen, dass das Finanzamt all die kleinen Tricks und Kniffe ebenfalls kennt und deshalb an diesen Stellen genau hinschaut. Werden Sie erwischt, kann das schwerwiegende Konsequenzen für Sie haben.

■ Ab wann macht sich ein Steuerzahler strafbar? Eine eindeutige Steuerstraftat ist die Steuerhinterziehung, bei der eine Haftstrafe droht. Leichtere Steuerverfehlungen fallen dagegen in die Gruppe der Steuerordnungswidrigkeiten. Das sind Zuwiderhandlungen, die nach den Steuergesetzen mit Geldbuße geahndet werden können. Das Strafmaß beträgt bis zu 50.000 Euro. Eine Steuerverkürzung liegt vor, wenn sich ein Steuerpflichtiger bei der Wahrnehmung der Steuerangelegenheiten grob fahrlässig verhält. Die grobe Fahrlässigkeit macht den Unter-schied. Mit Vorsatz, etwa durch Fälschen von Belegen, wäre es eine Steuerhinterziehung!

Was gilt als Steuerhinterziehung? Gibt jemand eine falsche Steuererklärung ab, die dazu führt, dass weniger Steuern bezahlt werden müssen, liegt eine Steuerhinterziehung vor. Allerdings muss für eine strafrechtliche Relevanz ein gehöriges Maß an krimineller Energie ebenfalls vorhanden sein. Dem Betroffenen muss „Wissen und Wollen der Tat“ nachgewiesen werden.

Welche Strafen drohen? Auf Steuerhinterziehung im besonders schweren Fall stehen mindestens sechs Monate bis maximal zehn Jahre Freiheitsstrafe. Von einem besonders schweren Fall wird ausgegangen, wenn der Täter aus grobem Eigennutz in großem Ausmaß Steuern verkürzt. Die einfache Steuerhinterziehung wird deutlich milder bestraft. Hier kommen die Täter häufig mit einer Geldstrafe davon, als Höchststrafe drohen fünf Jahre Haft.

Welche typischen Steuervergehen sind an der Tagesordnung? Dazu gehört, dass Einnahmen schlicht nicht gemeldet werden oder dass die Steuererklärung einfach zu spät abgegeben wird. Nicht selten stimmen auch die Bücher von Unternehmen nicht. Darüber hinaus spielt gerade bei Angestellten auch die Zuordnung von Ausgaben zum beruflichen beziehungsweise privaten Bereich eine große Rolle – etwa bei Fachbüchern oder Essenskosten.

Was hat es mit der Selbstanzeige auf sich? Wer unterlassene Angaben nachholt oder falsche berichtigt, wird straffrei. Allerdings kommt es dabei auf den konkreten Zeitpunkt an. Wenn der Finanzbeamte schon zur Steuerprüfung beim Steuerbürger erschienen ist oder die Polizei bereits die Wohnung durchsucht, ist es zu spät. Auch wenn der Täter weiß, dass seine Steuerhinterziehung von den Behörden bereits entdeckt wurde oder er fest damit rechnen muss, schützt ihn die Selbstanzeige nicht mehr vor einem Strafverfahren. Ein verspätetes Geständnis kann nur noch im späteren Urteil als strafmildernd berücksichtigt werden.

Übrigens: Die meisten Deutschen finden Steuerhinterziehung absolut verwerflich. Jedenfalls, wenn es sich um Geschichten wie die von Uli Hoeneß oder anderen Reichen und Prominenten handelt. Auch gaben 65 Prozent der vom Meinungsinstitut Forsa Befragten an, dass Schwarzarbeit der Gemeinschaft schade und unterbunden werden sollte. Auf Nachfrage gab allerdings auch jeder Fünfte zu, schon mal eine Reinigungskraft oder einen Handwerker „schwarz“ beschäftigt zu haben.

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