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Wechseljahre: Traumata in der Vorgeschichte können Beschwerden verschlimmern

von Melanie Söchtig

Frau auf Steg
Bild: silviarita/Pixabay

Hitzewallungen, Schlafprobleme und Stimmungsschwankungen – mit Beschwerden in den Wechseljahren haben viele Frauen zu kämpfen. Aktuelle Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass vorangegangene traumatische oder psychisch belastende Erfahrungen einen Einfluss darauf haben könnten, wie stark die Betroffenen unter menopausalen Symptomen leiden.

In einer Längsschnittkohorten-Studie hat eine US-amerikanische Forschergruppe den Zusammenhang zwischen psychosozialen Stressoren und Wechseljahresbeschwerden sowie dem psychischen und allgemeinen Wohlbefinden von Frauen in der Lebensmitte untersucht.

Hierfür wurden die Daten von 682 Frauen aus dem „Project Viva“ des Harvard Pilgrim Health Care Institute ausgewertet. Dabei handelt es sich um eine prospektive Kohorte, in die zwischen 1999 und 2002 insgesamt rund 2.200 Schwangere mit einem durchschnittlichen Alter von 33,3 Jahren aufgenommen und fast zwei Jahrzehnte lang beobachtet wurden. Während der Schwangerschaft machten die Frauen Selbstauskünfte über psychosoziale Stressfaktoren wie körperlichen und sexuellen Missbrauch in der Vergangenheit sowie finanzielle Instabilität von der Kindheit bis zur aktuellen Schwangerschaft.

In den Jahren 2017 bis 2021 berichteten die Teilnehmerinnen (mittleres Alter: 51,6 Jahre) über ihre Wechseljahresbeschwerden auf einer Punkte-Skala von 0 bis 44 und ihr Wohlbefinden (allgemeiner Gesundheitszustand, generalisierte Angstsymptome, depressive Symptome). Die Forschenden führten multivariable und logistische Regressionsmodelle durch, um die Assoziationen zwischen diesen Faktoren und psychosozialen Stressoren zu prüfen.

Wenn die Vergangenheit tiefe Spuren hinterlässt

Mehr als ein Drittel der Befragten (37,3 %) gab an, in der Vergangenheit körperlich misshandelt worden zu sein. Diese belastende Erfahrung stand in einem engen Zusammenhang mit schwereren somato-vegetativen und psychischen Wechseljahresbeschwerden sowie einem schlechteren allgemeinen Gesundheitszustand und stärkeren depressiven Symptomen. Vergleichbares galt für eine finanzielle Instabilität in der Vergangenheit, unter der nach eigenen Angaben 10,8 Prozent der Teilnehmerinnen gelitten hatten.

Sexueller Missbrauch in der Vorgeschichte wurde von 7,7 Prozent der Teilnehmerinnen angegeben. Auch hier bestand eine Assoziation mit schwereren Wechseljahresbeschwerden und einem schlechteren allgemeinen Gesundheitszustand, nicht jedoch mit depressiven Symptomen. Keinen eindeutigen Zusammenhang konnten die Studienautorinnen und -autoren zwischen psychisch belastenden Erfahrungen und generalisierten Angstsymptomen in den Wechseljahren feststellen.

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