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Der Krieg in der Ukraine: Ängste von Jugendlichen

von Marzena Sicking

Ukraine Kind
Foto: Виктория Котлярчук - stock.adobe.com

Das Internationale Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) hat Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren zu ihrem Informationsverhalten, ihrem Wissen, ihren Emotionen und ihrem Informationsbedarf hinsichtlich des Kriegs in der Ukraine befragt.

206 Jugendliche haben in den vergangenen Tagen Auskunft zu ihrem Informationsverhalten, ihrem Wissen, ihren Emotionen in Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg gegeben und erklärt, wo sie noch Informationsbedarf haben.

In der aktuellen Situation sind demnach die Eltern die mit Abstand wichtigste Informationsquelle der Jugendlichen. Bei den Medien liegen abermals Fernsehen und Internet und Nachrichtensendungen wie Tagesschau sowie ZDFheute und RTL aktuell vorn. Darauf folgen die Internetangebote großer Tageszeitungen. Soziale Medien spielen hingegen eine deutlich geringere Rolle, als dies angesichts der hohen Nutzungsdauer zu erwarten wäre. Geht es um sachliche Informationen in einer aktuellen Krise, vertrauen Jugendliche offenbar den traditionellen und bekannten Medienangeboten doch stärker als sozialen Medien.

Neun von zehn Jugendlichen haben Angst

Wie die Umfrage weiter zeigt, haben die Jugendlichen auch hohen Gesprächsbedarf. Knapp neun von zehn Jugendlichen geben angesichts der aktuellen Situation in der Ukraine an, Angst zu haben und sich besorgt zu fühlen. Die befragten Mädchen äußern dies noch etwas häufiger als die Jungen.

Die Angst, die am häufigsten genannt wird, ist, „dass andere Länder angegriffen werden und Putin die Ukraine nicht ausreicht“ (Mädchen, 14 Jahre). Wie viele andere formuliert eine 13-Jährige die Gefahr, dass sich die Situation zu einem Weltkrieg ausweiten könnte, wenn „Russland Polen angreift und die NATO in den Krieg eingreift, (so) dass es zu einem 3. Weltkrieg kommt“ (Mädchen, 13 Jahre). Ein deutliches Angstmoment sind die Atomwaffen: „Der russische Diktator droht mit Atombomben und in Berlin gibt es nicht mal Warnsirenen.“ (Junge, 16 Jahre)

Bilder, die verängstigen, und Bilder, die Hoffnung geben

Bilder, die bei Jugendlichen Besorgnis oder Angst auslösen, sind Bilder von zerstörten und zerbombten Häusern und Städten. Auch von Bombenexplosionen, von den vielen Flüchtlingen, sowie von Toten und weinenden Kindern. Bilder, die zeigen, wie viele Länder zur Ukraine stehen, und Bilder von weltweiten Protesten gegen den Krieg und wie Geflüchteten geholfen wird, geben den Jugendlichen Hoffnung.

Was Jugendliche von den Nachrichten erwarten

Von der Berichterstattung erwarten Jugendliche, dass sie über die aktuelle Lage informiert, wenn möglich mehrperspektivisch und verifiziert. Jugendliche wollen aber auch die Hintergründe zu diesem Krieg verstehen und die Auswirkungen für Deutschland vermittelt bekommen. Neben dem Wunsch nach Fakten und Hintergründen äußern die befragten Jugendlichen den verständlichen Wunsch, wissen zu wollen, wann der Krieg vorbei sein könnte. Und wie sich Wladimir Putin stoppen ließe und ob ein Dritter Weltkrieg mit Einsatz von Atomwaffen drohe.

Nicht alle diese Fragen können von Nachrichten oder Informationsformaten beantwortet werden. „Hierfür braucht es neben qualitativ hochwertigen medialen Inhalten auch pädagogisch geleitete Räume, in denen sich Jugendliche mit ihrem Wissen, ihren Gedanken und Sorgen auseinandersetzen können“, so Medienpädagogin und Studienleiterin Dr. Maya Götz.

Die Umfrage wurde durchgeführt von Icon Kids & Youth international Research.

 

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Author's imageIlias TsimpoulisManaging Director bei Doctolib
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