Apothekenwirtschaftsbericht: Umsatzrendite sinkt auf neues Tief
Marzena SickingDer Deutsche Apothekerverband (DAV) hat heute in Berlin auf seinem Wirtschaftsforum den Apothekenwirtschaftsbericht 2026 vorgestellt. Die Zahlen zeigen: Die Umsatzrendite einer durchschnittlichen Apotheke ist auf ein neues Tief gesunken.
Das steuerliche Betriebsergebnis einer durchschnittlichen Apotheke machte laut Apothekenwirtschaftsbericht 2026 im Jahr 2025 nur 4,2 Prozent ihres Nettoumsatzes in Höhe von 4,00 Millionen Euro aus. Im Jahr davor (2024) waren es noch 4,4 Prozent gewesen, zehn Jahre zuvor (2015) sogar 6,5 Prozent.
Ein Drittel aller Apotheken (33 Prozent) muss mit einer akuten Gefährdung ihrer langfristigen Stabilität rechnen, da das Betriebsergebnis 2025 vor Steuern, Altersvorsorge und Investitionen unter 100.000 Euro pro Jahr liegt – das ist das Niveau der Bruttolohnkosten für einen angestellten Krankenhausapotheker ohne Leitungsfunktion. Sieben Prozent aller Apotheken machten im Jahr 2025 Verluste.
Der Deutsche Apothekerverband (DAV) meldet noch einen weiteren Negativ-Rekord: Ende des ersten Quartals 2026 waren in Deutschland 16.541 Apotheken registriert. Das ist der niedrigste Stand seit fast 50 Jahren.
DAV fordert Anhebung des Fixums
„Für eine gute Versorgung brauchen wir starke Apotheken. Und für starke Apotheken brauchen wir wirtschaftliche Stabilität, verlässliche politische Rahmenbedingungen und die heilberufliche Weiterentwicklung", sagte DAV-Vorsitzender Dr. Hans-Peter Hubmann in seinem Politischen Lagebericht. Jede Apotheke, die schließen müsse, sei ein Verlust von freiberuflicher Existenz, von wohnortnahen Arbeitsplätzen vornehmlich für Frauen und fehlender Versorgung vor Ort für die Menschen.
Die Ursache für die wirtschaftliche Schieflage sieht der Verband in der chronischen Unterfinanzierung der Apotheken. Das Fixum wurde seit 2013 nicht angehoben. Die Bundesregierung habe die Notwendigkeit einer Anpassung des Apothekenhonorars an die wirtschaftliche Entwicklung erkannt, so Hubmann. Allerdings fehle bislang ein Änderungsentwurf für die Arzneimittelpreisverordnung, in dem die Anpassung des Fixums auf 9,50 Euro zeitlich fixiert festgelegt sei. Der DAV fordert die Erhöhung des Fixums auf 9,50 Euro spätestens zum 1. Juli 2026.
Quelle:ABDA/ots