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Assistenzärzte mit stärkstem Einbruch bei den Stellenanzeigen

Den stärksten Rückgang bei den Stellenangeboten im Healthcare-Segment verzeichnen Assistenzärztinnen und -ärzte. Ihr Indexwert sank gegenüber dem Vorquartal um 15 Prozentpunkte auf minus 29 Prozent. Damit liegt die Nachfrage nach ihnen inzwischen unter dem Vergleichswert von Anfang 2021 – und damit so niedrig wie zu keinem anderen Zeitpunkt im Beobachtungszeitraum. Die Abkühlung erfasst dabei alle Karrierestufen: Dem Hays-Fachkräfte-Index zufolge ist die Nachfrage nach sämtlichen ärztlichen Profilen zurückgegangen.

Oberärzte bleiben am stärksten gefragt – Nachfrage dennoch rückläufig

Oberärztinnen und Oberärzte bleiben die am stärksten nachgefragte Gruppe im Healthcare-Segment. Ihr Indexwert lag im zweiten Quartal 2026 bei 60 Prozent. Gegenüber dem Vorquartal ging der Wert damit um 26 Prozentpunkte zurück. Damit zeigt sich: Auch bei Oberärztinnen und Oberärzten ist die Nachfrage spürbar abgekühlt.

Rückgang in allen Fachrichtungen

Die Abkühlung am ärztlichen Stellenmarkt betrifft laut Hays-Auswertung nahezu alle Fachrichtungen. Wie stark die einzelnen Fachrichtungen von dieser Entwicklung betroffen sind, unterscheidet sich jedoch deutlich. Beim Indexniveau liegen häufig kleinere, hochspezialisierte Fächer vorn, in denen die Nachfrage seit 2021 am stärksten gestiegen ist. Den höchsten Wert erreicht die Zahnmedizin mit 354 Prozent, gefolgt von den Haut- und Geschlechtskrankheiten mit 164 Prozent und der Radiologie mit 104 Prozent. Bemerkenswert: In der Augenheilkunde, der Zahnmedizin und bei den Haut- und Geschlechtskrankheiten steigt die Nachfrage als Einzigen auch im Jahresvergleich – um 36, 31 beziehungsweise 21 Prozentpunkte.

Bezogen auf das reine Ausschreibungsvolumen entfallen die meisten Stellen dagegen auf die großen Fächer Innere Medizin und Chirurgie. Beim Index liegen diese Bereiche jedoch nur im Mittelfeld oder darunter. Am stärksten geht die Nachfrage in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe zurück: Hier fällt der Index auf minus 37 Prozent und sinkt im Jahresvergleich außergewöhnlich stark um 60 Prozentpunkte.

Ambulant wächst gegen den Trend

Es zeigen sich allerdings auch interessante Unterschiede zwischen den einzelnen Versorgungsformen: Die Nachfrage nach ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzten liegt mit einem Indexwert von 147 Prozent an der Spitze und steigt als einziges Segment auch im Jahresvergleich (+42 PP) – trotz eines Vorquartalsrückgangs von 35 Prozentpunkten. Im stationären Bereich sinkt die Nachfrage dagegen kräftig: Der Index fällt auf 38 Prozent (−41 PP zum Vorquartal, −28 PP zum Vorjahr). Die Tätigkeitsverschiebung von der Klinik in die ambulante Versorgung ist der stabilste Trend der bisherigen Zeitreihe.

Healthcare im Kontext des Gesamtmarkts

Der Rückgang im Gesundheitsbereich steht nicht allein. Auch der branchenübergreifende Hays-Fachkräfte-Index sank im zweiten Quartal 2026 um rund 26 Prozentpunkte auf 36 Prozent. Zum Vergleich: Im zweiten Quartal 2025 hatte der Index noch bei 59 Prozent gelegen, im zweiten Quartal 2024 sogar bei 113 Prozent. Alle untersuchten Bereiche verzeichneten im Vergleich zum Vorquartal weniger Stellenausschreibungen. Besonders auffällig ist, dass die Abkühlung inzwischen auch klassische Engpassprofile erfasst – also Positionen, die lange als besonders schwer zu besetzen galten. Am stärksten fiel der Index im Baugewerbe: Dort ging er gegenüber dem Vorquartal um 54 Punkte zurück. Es folgten die Personaldienstleister mit einem Minus von 37 Punkten und die öffentliche Verwaltung mit einem Rückgang von 30 Punkten.

Was der Hays-Fachkräfte-Index misst

Der Hays-Fachkräfte-Index wird quartalsweise auf Basis einer Auswertung der index Internet und Mediaforschung GmbH erstellt. Einbezogen werden Stellenanzeigen der meistfrequentierten Online-Jobbörsen, von Tageszeitungen sowie dem Business-Netzwerk Xing. Der Indexwert gibt die prozentuale Veränderung gegenüber dem Ausgangswert vom ersten Quartal 2015 an. Ein Wert von 28 Prozent bedeutet demnach, dass die Stellennachfrage um 28 Prozent über dem Ausgangsniveau von 2015 liegt. Ein negativer Indexwert – wie er im zweiten Quartal 2026 bei Assistenzärztinnen und -ärzten auftritt – bedeutet, dass die Nachfrage unter dieses Ausgangsniveau gefallen ist. Als Engpassprofile bezeichnet die Auswertung Berufe, die lange als besonders schwer zu besetzen galten und für die der Fachkräftemangel besonders ausgeprägt war.

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