Übersicht behalten

Warum Controlling in der Arztpraxis so wichtig ist

Bestenfalls stagnierende Einnahmen, dafür aber höhere Ausgaben und deshalb sinkende Gewinne – Alltag in deutschen Praxen. Experten raten Ärzten zu mehr Controlling, damit sie zum Geld nicht auch noch den Überblick verlieren.

Sinkende Praxisgewinne als Folge einer sich immer weiter zwischen Umsatz und Kosten öffnenden Schere – in solchem Umfeld kann eine finanzwirtschaftliche Schieflage nur der Praxisinhaber vermeiden, der seine reale wirtschaftliche Position jederzeit korrekt und zeitnah bestimmen kann. Können Sie das?

Konzerne beschäftigen dafür Legionen von Controllern. Praxen und deren Inhaber sind da weitgehend auf sich gestellt. Also müssen Niedergelassene selbst in der Lage sein, betriebswirtschaftliche Zahlen zu verstehen, bevor sie in ganz ausweglosen Situationen teure Fachleute zu Rate ziehen. Nur so gelingt eine an tatsächlichen Gegebenheiten orientierte Steuerung der Arztpraxis. Dazu erweitert die intensive Auseinandersetzung mit den ökonomischen Zusammenhängen das unternehmerische Potenzial des Arztes „on the job“.

Mittel der Wahl: Controlling!

Es bedeutet planen und steuern. Und es hilft dem Niedergelassenen, stets über die wirtschaftliche Lage seiner Finanzen informiert zu sein und so rechtzeitig existenzbedrohende Situationen abwenden zu können. Controlling wird aber auch deshalb immer wichtiger, da sich Patientenbedürfnisse, staatliche Vorgaben und die ärztliche Konkurrenz stetig wandeln. Cave: Auch Praxen sind von Konkurs bedroht. Jede dritte Praxis in Deutschland steht schon unter Bankenaufsicht! Freilich, unter Berücksichtigung von Aufwand und Ertrag ist flächendeckendes Controlling oft gar nicht sinnvoll. Meist kostet es im Saldo mehr, dem Reinigungspersonal jeden Spritzer Desinfektionsmittel im Putzwasser nachzurechnen, als damit Einsparungspotenziale gesichert werden können – freilich bei grundsätzlicher Erziehung zu Sparsamkeit. Insoweit konzentriert sich sinnvolles Praxis-Controlling auf einfache, finanzwirtschaftliche Analysen; auf vorstrukturierte Ist-Sollvergleiche, die auf Basis aktuellen Zahlenmaterials durchgeführt werden. Dabei stellt man Ist-und Planzahlen in Tabellen gegenüber und macht Abweichungen sichtbar. Über differenzierte Analysen lassen sich dann Korrekturmaßnahmen treffen.

Basis dieser Arbeit sind

die Summen- und Saldenlisten. Hier werden die Ergebnisse der monatlichen/quartalsweisen Buchhaltung zusammengefasst und nach Sachkonten gegliedert dargestellt.

die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA). Die BWA wird aus der Summen- und Saldenliste abgeleitet und beschränkt sich auf die Abbildung von Kontengruppen. Hier ist erkennbar, welcher Gewinn (oder Verlust) bis zu diesem Zeitpunkt erzielt wurde.

die Einnahme-/Überschussrechnung. Sie stellt eine betriebswirtschaftliche Auswertung für ein ganzes Jahr dar. Von den umfassend dargestellten Umsätzen, die nach Kassen- und Privatumsätzen aufgegliedert werden, werden sämtliche Kosten abgezogen.
Daraus wird dann die Gewinnermittlung erstellt.

Eigentlich ganz einfach!

Ist die Systematik erst einmal geklärt und die Methodik in der täglichen Praxis auch erprobt, kann jeder Niedergelassene fortan zu jedem Zeitpunkt selbst Praxis-Controlling zur Absicherung und Weiterentwicklung seiner wirtschaftlichen Ziele betreiben.

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