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Fachkräftemangel und Bürokratie sind für Ärzte die größten Probleme

von Marzena Sicking

Arztpraxis
Foto: Robert Kneschke - stock.adobe.com

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) hat Ärztinnen und Ärzte nach den größten Herausforderungen im Gesundheitswesen befragt.

Die Ergebnisse bestätigen die Dringlichkeit des Themas: Für über die Hälfte der befragten Mediziner*innen zählt Fachkräftemangel zu den größten Herausforderungen im Gesundheitswesen. Akuten Handlungsbedarf sehen fast genauso viele befragte Ärztinnen und Ärzte beim Thema Bürokratie.

Eine Unterscheidung nach Allgemein- und Fachmediziner*innen ergibt allerdings eine unterschiedliche Priorisierung bei weiteren Baustellen: So sehen Fachärzte mit 46 Prozent auch die Finanzierung des Gesundheitswesens sehr kritisch. Die Sicherstellung der ländlichen Versorgung stellt hingegen für Allgemeinärzte – unter denen sich auch viele Niedergelassene befinden – häufiger (28 Prozent) eine Herausforderung dar.

Weniger Verwaltung, mehr Zeit für Patienten

Gleichzeitig zeigt die Befragung, wie die ärztliche Berufsausübung attraktiver gestaltet werden kann. Die Ergebnisse sind nicht überraschend, was aber bedeutet, dass Ärztinnen und Ärzte hier kaum Verbesserung verspüren: Ganz oben auf der Wunschliste stehen weniger Dokumentations- und Verwaltungsarbeit – fast 90 Prozent der Befragten geben das an.

Allgemeinmediziner*innen wünschen sich an zweiter Stelle mehr Zeit für die Patient*innen (74 Prozent). Bei ihren fachärztlichen Kolleginnen und Kollegen zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Die Tatsache, dass sich ein Drittel der Fachärzte weniger Patient*innen wünscht, verdeutlicht den Druck, dem sie im beruflichen Alltag ausgesetzt sind.

Sicherlich auf die Pandemie zurückzuführen ist der Bedarf nach mehr Austausch mit Kolleginnen und Kollegen sowie nach Fort- und Weiterbildung, der 2022 stark zugenommen hat.

Niederlassungsbereitschaft bleibt stabil

Keine großen Auswirkungen hatte offensichtlich die Coronakrise auf die Niederlassungsbereitschaft der Ärztinnen und Ärzte: 13 Prozent der befragten Allgemeinärzte und 19 Prozent der Fachärzte planen in den nächsten drei Jahren eine Niederlassung – das ist jeweils ein Prozentpunkt mehr als vor der Pandemie. Knapp ein Viertel wiederum bereitet sich auf den Ruhestand vor. Für 14 Prozent der Allgemeinärzte und 15 Prozent der Fachärzte bedeutet das die Aufgabe einer eigenen Praxis.

Zufriedenheit nimmt nur leicht ab, aber Empfehlung des Arztberufs steigt

Insgesamt nimmt seit der ersten Befragung im Jahr 2016 die Zufriedenheit mit der beruflichen Situation ab, doch in den letzten drei Jahren, also während der Coronazeit, nur noch geringfügig: bei Allgemeinmediziner*innen um einen Prozentpunkt bzw. um 3 Prozentpunkte bei Fachmediziner*innen. Alles in allem ist gut die Hälfte zufrieden: bei Allgemeinärzten sind es 55 Prozent, unzufrieden sind 13 Prozent. Bei Fachärzten geben fast genauso viele (54 Prozent) an, zufrieden zu sein, demgegenüber stehen 15 Prozent Unzufriedene. Alle anderen Befragten haben sich für eine neutrale Bewertung entschieden.

Doch die fallenden Zufriedenheitswerte führen nicht automatisch zu einer sinkenden Empfehlungsbereitschaft der Ärztinnen und Ärzte, ihren Beruf zu ergreifen. Im Gegenteil, der Anteil derjenigen, die ihren Beruf weiterempfehlen würden, ist im Vergleich zu 2019 gestiegen – bei den Allgemeinärzten von 59 auf 64 Prozent und bei den Fachärzten von 49 auf 58 Prozent.

Methodik

Für die Studie wurden im Auftrag der apoBank rund 500 Heilberufler – darunter 100 Allgemeinmediziner*innen und 100 Fachmedziner*innen – durch das Institut DocCheck Insights befragt.

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Author's imageIlias TsimpoulisManaging Director bei Doctolib
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