17,6 Millionen Euro

Welches Honorarpotenzial steckt in der Videosprechstunde?

Was bringt die Videosprechstunde Ärzten und Psychotherapeuten eigentlich finanziell? Dieser Frage ging ein Health-IT Start-up anhand veröffentlichter Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) nach.

Das Konstanzer Health-IT Start-up medflex GmbH kam bei ihren Hochrechnungen zum Honorarpotenzial der Videosprechstunde zu interessanten Ergebnissen. Demnach ließen sich mit den etwa 1,2 Millionen Videokonsultationen, die im 2. Quartal 2020 über die Kassenärztlichen Vereinigungen abgerechnet wurden, videosprechstundenspezifische EBM-Zuschläge in Höhe von insgesamt rund 17,6 Millionen Euro erwirtschaften (EBM-Ziffern-spezifische Mindest- und Maximalmengen wurden nicht berücksichtig).

Diese rechnerische Abschätzung zeigt, welche Honorarpotenziale Ärzte und Psychotherapeuten mit Videokonsultationen zusätzlich ausschöpfen könnten – ergänzend zu Grund-, Versicherten- und Konsiliarpauschalen sowie der EBM-Vergütung für weitere mögliche Einzelleistungen.

Honorarpotenzial für Ärzte und Psychotherapeuten

Den KBV-Daten zufolge bestehen deutliche Nutzungsunterschiede zwischen den einzelnen ärztlichen Fachgruppen. Entsprechend verteilen sich auch die Honorare, wie die Grafik zeigt.
Honorare Videosprechstunde

Laut KBV handelte es sich bei 5 Prozent der abgerechneten 1,2 Millionen Videosprechstunden (etwa 60.000) um einen Erstkontakt. Für sie beträgt der rechnerische Gesamtzuschlag – einschließlich der Authentifizierungsziffer – knapp 950.000 Euro (60.000 x 15,79 Euro). Bei den übrigen rund 1,14 Millionen Videokonsultationen war der Patient vorher bekannt. Bei ihnen beläuft sich die rechnerische Zuschlagssumme auf insgesamt über 16,7 Millionen Euro (1,14 Millionen x 14,68 Euro).

Digitale Kommunikationsmöglichkeiten erweitern

„Die Abrechnungsdaten des Videosprechstunden-Booms im 2. Quartal 2020 zeigen, welchen buchstäblichen Mehrwert die Telemedizin für Ärzte und Psychotherapeuten bieten kann“ erklärt medflex-Mitgründer und Geschäftsführer Felix Rademacher, „Dabei wurde das maximale Abrechnungspotenzial von bis zu 50 Videosprechstunden pro Quartal noch gar nicht voll ausgeschöpft. Die Videokonsultation ist nur eine von vielen Möglichkeiten des digitalen Informationsaustauschs im Gesundheitswesen.

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