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Allgemeinmedizin
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Die Fettlebererkrankung wird heute als „metabolisch dysfunktionsassoziierte steatotische Lebererkrankung“ (MASLD) definiert. Sie gilt als eine der häufigsten Folgen der Adipositas und ist vielfach eine Komponente des metabolischen Syndroms. Wie die Deutsche Leberstiftung in einer Pressemitteilung zum Welt-Adipositas-Tag im März 2026 erklärte, entsteht eine MASLD fatalerweise meist über Jahre unbemerkt unter dem Deckmantel der Adipositas. 

MASLD und MASH: Wenn Leberkrebs der Zirrhose zuvorkommt

In ihrem Verlauf kann die MASLD mit Entzündungen der Leber einhergehen, ein Symptombild, das als „metabolisch dysfunktions-assoziierte Steatohepatitis“ (MASH) bezeichnet wird. Während bei vielen chronischen Lebererkrankungen das Risiko für ein hepatozelluläres Karzinom (HCC) im fortgeschrittenen Stadium der Leberzirrhose steigt, besteht bei Patienten mit MASH die besondere Gefahr, dass Leberkrebs bereits auftreten kann, bevor sich überhaupt eine Zirrhose entwickelt hat. 

Früherkennung entscheidend: Warum die Fettleber mehr Aufmerksamkeit braucht

Experten forderten laut der Pressemeldung der Deutschen Leberhilfe, den Fettlebererkrankungen mehr Aufmerksamkeit zu widmen, um sie frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Die lange Vorlaufzeit bis zur Manifestation der Erkrankungen biete hierfür eine Chance.

Lebensstil als Therapie: Ernährung und Bewegung schützen die Leber

Eine wichtige Säule, um die Morbidität der Fettlebererkrankungen einzudämmen, stellt die Vorbeugung dar, wie Prof. Heiner Wedemeyer, Hannover, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung, betonte. Denn ungeachtet der Fortschritte in der Entwicklung neuer Pharmakotherapeutika zeigen aktuelle Studien, dass Lebensstilmaßnahmen wie ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und Gewichtskontrolle entscheidend für Prävention und Reversibilität von Leberverfettung und Stoffwechselstörungen seien. 

Lebergesunde Ernährung: Was auf den Speiseplan gehört – und was nicht

Der Speiseplan sollte auf vollwertige Ernährung abgestimmt sein. Dazu gehören kohlenhydratarme Mahlzeiten mit frischen, natürlichen Lebensmitteln, insbesondere frischem Gemüse, ergänzt durch Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und gesunde Fette wie Omega-3-Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen. Möglichst zu meiden seien Fertigprodukte, fettes Fleisch und Alkohol. Beim Obst sollten zuckerarme Sorten ausgewählt werden. Vorsicht sei allerdings mit Smoothies geboten, denn sie enthalten deutlich mehr Fruktose als rohes Obst. Damit belasten diese Mixgetränke zusätzlich die Leber. 

Kochbuch-Tipp: Rezepte speziell für Menschen mit Lebererkrankung

Fachlich fundierte Ernährungsempfehlungen und Rezepte bietet die Deutsche Leberstiftung mit ihrer überarbeiteten Neuauflage von „Das große Kochbuch für die Leber“. Es eignet sich nicht nur für Menschen mit Fettlebererkrankung, sondern auch mit Leberzirrhose, Hämochromatose, Morbus Wilson oder nach einer Lebertransplantation.

GLP-1 und Schilddrüsenrezeptor-Agonisten: Neue Medikamente gegen Fettleber

Forschungen zur Pharmakotherapie sind vielversprechend. So haben GLP-1-Diabetes-Medikamente auch positive Effekte auf Fettleber und Steatohepatitis, da sie Entzündungen und Lipidansammlungen in der Leber reduzieren. Selektive Agonisten des Schilddrüsenhormonrezeptors β wirken direkt verbessernd auf die Leber.

Quellen:

Pressemitteilung der Deutschen Leberstiftung