US-Tech-Riese hat Ausschreibung gewonnen

Anbindung an Arztpraxen geplant: Digitaler Impfpass kommt von IBM

Der IT-Konzern IBM hat die Ausschreibung für den digitalen Impfnachweis in Deutschland gewonnen. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf eine Meldung des europäischen Ausschreibungsportals TED. 

Für die Entwicklung bekommt IBM demnach 2,7 Millionen Euro. Dafür soll der IT-Riese „eine Impfnachweis-App, eine Prüf-App und ein Backendsystem für die Integration in Arztpraxen und Impfzentren“ liefern. Der Nachweis soll auf dem Smartphone gespeichert werden können und den gelben Papier-Impfpass ergänzen.

Der US-Konzern setzte sich bei der Ausschreibung gegen die Deutsche Telekom durch, die mit SAP die deutsche Corona-Warn-App gebaut hatte. Gültig wird der Vertrag des Bundesgesundheitsministeriums mit IBM nach zehn Tagen Einspruchsfrist.

IBM wird zum Keyplayer im Gesundheitswesen

Überraschend kommt die Vergabe an IBM nicht. Der Konzern hat schon mehrere Ausschreibungen im deutschen Gesundheitswesen gewonnen. So kam er bei der elektronischen Patientenakte zum Zug. Das E-Rezept liefert er mit dem Start-up E-Health-Tec aus Berlin. Beim neuen Projekt arbeitet IBM ebenfalls mit einer jungen deutschen Firma zusammen: Die Basistechnologie liefert nach SZ-Informationen das Technologie-Start-up Ubirch aus Köln.

Das Unternehmen hat sein System schon in zwei Landkreisen eingerichtet: Ende Januar im oberbayerischen Altötting und Mitte Februar im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg. An beiden Orten bekommen Bürger mit der zweiten Corona-Impfung den digitalen Impfpass der Firma in Form eines QR-Codes auf einer Plastikkarte. Der Code verweist auf einen Impfstatus, den Behörden und andere befugte Stellen abfragen können sollen. Verschlüsselt gespeichert liegt der eigentliche Impfnachweis auf verschiedenen Blockchains.

Hauptaufgabe von IBM und Ubirch wird nun sein, die von der Bundesregierung gewünschten Apps und die Anbindung an Arztpraxen zu bauen sowie die Interoperabilität mit EU-weiten Lösungen sicherzustellen. Die EU will demnächst den europäischen Standard beschließen. Die Staats- und Regierungschefs haben bereits angekündigt, mehrere Lösungen zuzulassen. Diese sollen kompatibel sein.

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