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Digitalisierung: Holpriger Start für eAU und eHBA

von A&W Online

Arzt mit Aktenordner mit der Aufschrift Digitalisierung
Foto: HNFOTO - stock.adobe.com

Eine elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) ist ein tolles Konzept – wenn sie sich denn übermitteln ließe. Leider haperte es seit ihrer Einführung Anfang Oktober ganz gewaltig daran.

Die Digitalisierung in den Arztpraxen bleibt eine holprige Angelegenheit. Wie eine Umfrage unter niedergelassenen Ärzten zeigt, war zum Start der elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) die Übermittlung bei einigen Krankenkassen, insbesondere im AOK- und BKK-System, überhaupt nicht möglich.

Manchmal erfolgte auch die Bestätigung der Übermittlung erst 30 Minuten später, wenn die Patienten längst gegangen waren. Laut der Umfrage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) war die Übermittlung auch bei der Techniker Krankenkasse (TK) nur in etwas mehr als der Hälfte der Fälle möglich.

Versprechen der gematik nicht erfüllt

Dabei hatten die gematik und der GKV-Spitzenverband vor dem offiziellen Start noch mitgeteilt, dass alle Kassen empfangsbereit seien. Die KBV hatte hingegen davor gewarnt, die Massenanwendung ohne Marktreife einzuführen. Tatsächlich sind einige Kassen offenbar erst am Starttag ans Netz gegangen, sodass für die Behebung von Fehlern keine Zeit blieb.

Nur 56 Prozent der ambulanten Ärzte haben eHBA

Doch das ist nicht die einzige Baustelle: Beim elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) geht es ähnlich schleppend voran. Den benötigen Arztpraxen zur Umsetzung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU), für die elektronische Patientenakte (ePA) und ab Januar 2022 für die elektronische Verordnung (eRezept) verschreibungspflichtiger Arzneimittel.

Doch immer noch müssen viele Praxen darauf warten: Bis Ende September war die Zahl der ausgegebenen Ausweise zwar auf 129.329 angestiegen, wie aus den Daten der Bundesärztekammer (BÄK) hervorgeht. Damit verfügen aber nur 56,13 Prozent der Ärztinnen und Ärzte im ambulanten Sektor über einen eHBA. Im stationären Sektor sind es nur 16,55 Prozent.

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Author's imageIlias TsimpoulisManaging Director bei Doctolib
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