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Digitalisierung des Gesundheitswesens

Patientenumfrage: Videosprechstunden müssen technisch einwandfrei und kostenlos sein

von Marzena Sicking

Grafik: Patientenbefragung zur Videosprechstunde

Viele Patienten haben gegenüber Videosprechstunden nach wie vor große Vorbehalte. Ob das neue Format akzeptiert wird, hängt oftmals vom ersten Eindruck und damit auch der Technik ab. Nur wenn die Übertragungsqualität stimmt und der Service kostenlos ist, besteht eine Chance auf dauerhafte Akzeptanz.

„Hallo, können Sie mich hören?“ So vertraut die Frage nach eineinhalb Jahren Pandemie und Homeoffice klingt, so unverzeihlich ist sie im Kontext einer Videosprechstunde. Denn: Deutsche machen eine gute Ton- und Bildqualität zur Grundvoraussetzung von Videosprechstunden beim Arzt. Für nahezu acht von zehn Befragten  (76,6 Prozent) kommt eine Onlinevisite nur dann infrage, wenn eine gute Bild- und Tonqualität sichergestellt ist. Eine weitere Bedingung ist, dass der Service für Patienten kostenlos ist (79,1 Prozent). Das geht aus der repräsentativen Umfrage „Datapuls 2021“ des Praxis-WLAN- und Kommunikationsdienstleisters Socialwave hervor. Dieser hat in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Marktforschungsinstitut Consumerfieldwork 1.005 Menschen über 18 Jahre zur Digitalisierung des Gesundheitswesens befragt.

„Nur wenn die Schwelle zur Videosprechstunde niedrig ist und Patienten von ruckeligen Bildern und Tonausfällen verschont bleiben, kann sie in Zukunft die große Anzahl an Skeptikern überzeugen“, konstatiert Felix Schönfelder, Geschäftsführer von Socialwave. Der Experte rät Medizinerinnen und Medizinern, die Praxis-IT-Infrastruktur mit einem professionellen WLAN auszustatten, um Datenstausituationen während der Sprechstunde mit ausreichender Bandbreite vorzubeugen.

Imageproblem: Videosprechstunde für viele zu unpersönlich

Bislang hat die Mehrheit der Deutschen (94,6 Prozent) noch keine Videosprechstunde in Anspruch genommen. Nur jeder Fünfte (19,1 Prozent) würde 2021 im Krankheitsfall eine medizinische Fachkraft per Video konsultieren. Für viele Deutsche liegen die Vorbehalte im Medium selbst: Sechs von zehn Befragten (61,9 Prozent) sind virtuelle Sprechstunden zu unpersönlich. „Viele Patienten verbinden mit der Videosprechstunde ein unpersönliches Arzt-Patienten-Verhältnis. Übertragungsprobleme können dazu führen, dass sie sich in ihren Vorbehalten bestätigt sehen und sich die ablehnende Haltung gegenüber telemedizinischen Angeboten weiter verfestigt“, erklärt Schönfelder.

Mit Vorteilen überzeugen

Den Ergebnissen der Patientenbefragung zufolge nimmt die Bereitschaft der Deutschen dennoch zu, an einer Onlinesprechstunde teilzunehmen, wenn die Vorteile vor Augen geführt werden. Für das Gros der Befragten spielt die Zeitersparnis eine zentrale Rolle. Immerhin drei Viertel würden die Technik nutzen, wenn sie dadurch schneller einen Termin bekommen (74,9 Prozent) oder lange Fahrtzeiten vermeiden können (74,6 Prozent). Sieben von zehn Befragten  (69,4 Prozent) lassen sich ferner mit dem Argument überzeugen, dass sie im virtuellen Wartezimmer nicht so lange warten müssen wie üblicherweise beim analogen Arztbesuch.

Ungefähr jeder Fünfte würde in den nächsten 12 Monaten digital einen Arzt konsultieren (c) Socialwave GmbH

Ungefähr jeder Fünfte würde in den nächsten 12 Monaten digital einen Arzt konsultieren (c) Socialwave GmbH

Datapuls 2021 – Patientenbefragung zur Digitalisierung des Gesundheitswesens

Datapuls 2021 ist eine bundesweite, repräsentative Studie zur Digitalisierung des Gesundheitswesens. Die Studie versteht sich als langfristiges Barometer für die Patientenperspektive. Weitere Informationen zur Studie finden Sie unter: https://datapuls.social-wave.de/

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