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Dermatologie
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Die Rosazea oder Acne rosacea, Couperose oder Gesichtsrose hat nicht nur viele Namen, sondern auch viele klinische Manifestationen. Zudem unterscheiden sich die Symptome der häufigen chronisch-entzündlichen Hauterkrankung je nach erkrankter Person und sogar im individuellen Verlauf. Das macht sowohl die Diagnose als auch die Unterscheidung zu Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen sehr herausfordernd. Erste Hinweise auf die Rosazea geben das Erkrankungsalter und das Geschlecht der Patientinnen und Patienten, denn die Rosazea tritt meist erst im Alter von 30 bis 60 Jahren auf. Frauen sind hierbei häufiger betroffen als Männer, dafür ist die Erkrankung bei Männern eher mit schwereren Symptomen verbunden.

Diagnose der Rosazea nach Phänotypen

Im Jahr 2017 wurde die Klassifikation der Rosazea angepasst, seitdem erfolgt eine Einteilung der Hautkrankheit in Phänotypen statt in Subtypen. Laut S2k-Leitlinie reicht es für die Diagnose der Rosazea aus, wenn eines der zwei folgenden diagnostischen Symptome vorliegt: Zum einen stehen phymatöse Veränderungen im Vordergrund – gemeint sind Verdickungen des Bindegewebes und der Talgdrüsen, die meist an der Nase (Rhinophym oder „Knollennase“) sowie an Stirn, Kinn, Wangen und Ohren auftreten können. Zum anderen lässt ein persistierendes Erythem, das sich durch Triggerfaktoren wie UV-Strahlung, heiße oder scharfe Speisen sowie psychische Belastung verschlechtert, die Diagnose einer Rosazea zu.

Major- und Minor-Symptome der Rosazea

Darüber hinaus können zwei parallel vorhandene sogenannte Major-Symptome zur Diagnose der Rosazea führen. Dazu gehören Flushing (transientes Erythem), Papeln und Pusteln sowie Teleangiektasien (dauerhaft erweiterte, kleine Blutgefäße). Daneben können die als sekundär eingestuften Minor-Symptome wie Brennen, Stechen, Trockenheitsgefühl der Haut und Ödeme dabei helfen, den Schweregrad der Rosazea zu bestimmen.

Differenzialdiagnose: Rosazea oder Acne vulgaris?

Trotz dieser Diagnosekriterien ist das Differenzialdiagnosespektrum bei Rosazea breit gefächert. So äußert sich eine vulgäre Akne (Acne vulgaris) ebenfalls durch Pusteln und Papeln im mittleren Gesichtsbereich. Allerdings ist Akne eher eine Erkrankung der Jugend, während Rosazea nur selten Kinder und Jugendliche betrifft. Allerdings können ebenso Erwachsene eine Spät­akne (auch als Erwachsenenakne bezeichnet) entwickeln. 

Komedonen, Teleangiekta und Augensymptome richtig einordnen

Besser voneinander abgrenzen lassen sich die Rosazea und die vulgäre Akne deshalb durch andere Faktoren. So finden sich bei Akne typischerweise keine Teleangiektasien und keine begleitenden Augensymptome (z. B. Bindehautentzündung sowie juckende, brennende oder trockene Augen), die aber oft bei einer Rosazea vorkommen. Umgekehrt weist die Haut bei Akne häufig Komedonen auf, bei Rosazea hingegen nicht. Zudem können bei Akne neben dem Gesicht noch andere Körperregionen wie Rücken oder Brust betroffen sein, was bei Rosazea wesentlich seltener zu sehen ist. 

Steroidinduzierte Akne als Rosazea-Differentialdiagnose

Eine weitere Form der Akne, bei der Verwechslungsgefahr mit einer Rosazea besteht, ist die steroidinduzierte Akne. Hierbei treten im Rahmen der Therapie mit lokalen oder inhalativen Steroiden Papeln und Pusteln im Mundbereich auf, ohne Komedone. Deshalb sollte man Betroffene nach der Behandlung mit Steroiden befragen. Nach Absetzen des Steroids gehen die Hauterscheinungen wieder zurück.

Komorbiditäten bei Rosazea mitdenken

Betroffene mit Rosazea weisen häufig begleitende Erkrankungen auf wie Bluthochdruck, Hyperlipid­ämie, Depression oder Angst. Diese gilt es, im Management der Krankheit mit zu beachten.

Quellen:

S2k-Leitlinie Rosazea

Johnson SM et al. J Drugs Dermatol 2019;18:888–894

Frazier W et al. Am Fam Physician 2024;109:533–542