Wirtschaftsnachrichten für Ärzte | ARZT & WIRTSCHAFT
Steuern

Das Thema Steuern ist so komplex, dass nicht einmal die Steuerberater alles beherrschen. Die meisten von ihnen spezialisieren sich auf ein bestimmtes Gebiet. Dabei gilt: Je höher das Finanz-Volumen, desto lukrativer ist der Kunde. Aus diesem Grund sind Zahnärzte und Ärzte so interessant für diese Berufsgruppe.

Doch woher weiß ich als Praxisinhaber denn, dass sich mein Steuerberater wirklich mit Zahnärzten/Ärzten auskennt und mich gut beraten kann? Die meisten Ihrer Kollegen vertrauen einfach darauf, dass der Steuerberater schon weiß, was er tut. Andere Ärzte setzen sich mit dem Thema intensiv auseinander und “studieren” selbst die entsprechenden Steuerregeln.

Ich empfehle Ihnen folgendes:

Informieren Sie sich zunächst über das wichtigste Instrument des Steuerberaters, die BWA. Lesen Sie dazu beispielsweise diesen Artikel: Betriebswirtschaftliche Auswertung: Ist Ihre Praxis finanziell sicher? (Lesezeit ca. 3 Minuten).

Das sollten Praxisinhaber von Ihrem Steuerberater fordern

Und wenn Sie das gemacht haben, befolgen Sie auch noch die folgenden 5 Tipps:

• Lassen Sie von Ihrem Steuerberater den Standardkontenrahmen 3 (SKR 3) anwenden. Noch besser wäre ein spezieller Kontenrahmen, angepasst an Ihre Praxis. Früher wurde das noch so gemacht bzw. gab es einen speziellen Rahmen für Zahnärzte und Ärzte.
• Fordern Sie eine klare Differenzierung Ihrer Einnahmen nach Kasse, Privat, IGeL, SZ, AVL, Zuzahlungen, OPs etc.
• Lassen Sie debitorisch und kreditorisch buchen, damit Sie eben nicht erst 4 bis 5 Monate später wissen, welche Umsätze Sie wirklich gemacht haben. Denn was auf Ihrem Konto passiert, können sie im Online Banking genauso gut sehen wie in der Standard-BWA.
• Die Personalkostenquote wird von Steuerberatern häufig als erstes ins Auge gefasst, wenn es um Sparmaßnahmen geht. Dabei ist sie in 98 % der Fälle nicht entscheidend für eine bessere Wirtschaftlichkeit. Bitte werfen Sie nicht einfach Mitarbeiterinnen raus, sondern fragen Sie einen Praxisexperten.
• Die “sonstigen Kosten” sollten weiter differenziert werden und maximal 3.000-5.000 Euro betragen.

Ein guter Steuerberater will die bestmögliche Leistung liefern

Die meisten Steuerberater sind offen für solche Hinweise, da sie natürlich Interesse daran haben, Sie bestmöglich zu beraten. Deshalb leiten Sie diesen Praxis-Brief gerne an Ihren Steuerberater weiter. Nur wenn er sich strikt weigert, etwas zu verändern, haben wir zum Glück nur einmal erlebt, rate ich Ihnen den Steuerberater zu wechseln. Wenn Sie nicht weiterkommen, nehmen Sie uns gerne als Praxisexperten hinzu.

Bleiben Sie patientenorientiert und lassen Sie sich dabei helfen, wo Ihre Praxis es braucht (Ihre Patienten tun das ja auch).

*Autor: André Bernert, MMP-Geschäftsführer