Es fehlen Milliarden

Gesetzliche Krankenversicherung mit neuem Defizit-Rekord

Mit 2,65 Milliarden Euro Defizit verzeichnete die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) im vergangenen Jahr das größte Minus seit 2003. Obwohl die Corona-Pandemie 2020 die Krankenkassen zusätzlich belastest hat, zeichnete sich der potenzielle Negativtrend schon früher ab.

Laut Statista-Grafik wies die Jahresbilanz der GKV schon 2019 einen Negativbetrag von 1,5 Milliarden Euro auf, der durch Abbau der Finanzreserven der Kassen ausgeglichen werden konnte. Auf einen ähnlichen Effekt könne man 2021 allerdings nicht hoffen: Laut Prognose rechnen die Kassen dieses Jahr mit einem Defizit von über vier Milliarden Euro, der AOK würden beispielsweise bereits im ersten Halbjahr 2021 1,6 Milliarden fehlen.

Bei gleichbleibenden Beitragssätzen und Ausbleiben von Zuschüssen seitens des Bundes sei 2022 mit einem Negativbetrag in zweistelliger Milliardenhöhe zu rechnen, was laut des AOK-Vorstandsvorsitzenden Martin Litsch vor allem an Reformen des von Jens Spahn geführten Bundesgesundheitsministeriums in der aktuellen Legislaturperiode liege. Dazu gehört das Terminservice- und Versorgungsgesetz von 2019, das unter anderem den Leistungskatalog der Krankenkassen erweitert und gesetzliche Kassen dazu verpflichtet, ab 2021 die elektronische Patientenakte einzuführen.

2020 waren knapp 73 Millionen Deutsche bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert. Dazu gehören Ersatzkassen, allgemeine Ortskrankenkassen, Betriebskrankenkassen, Innungskrankenkassen, landwirtschaftliche Krankenkassen und die Knappschaft Bund-See.

Defizit Gesetzliche Krankenversicherung

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