Auch Ärzte sollen geschützt werden

Jameda: Gekaufte Arztbewertungen sind reine Geldverschwendung

Besonders beliebt ist Jameda bei Ärzten nicht, schließlich können sich negative Bewertungen auf dem Portal massiv auf die wirtschaftliche Entwicklung der Praxis auswirken. Sich mit Geld positive Stimmen bei dubiosen Anbietern einzukaufen, ist dennoch keine gute Idee. Gegen die Anbieter geht der Portalbetreiber vor.

Jameda, Betreiber von Deutschlands größtem Arztbewertungsportal, hat sich vor Gericht erfolgreich gegen einen kommerziellen Anbieter von Arztbewertungen zur Wehr gesetzt. Die Five Star Marketing UG war dem Unternehmen ein Dorn im Auge, weil sie Bewertungspakete an Ärzte verkauft. Die bestellten Bewertungen werden dabei von bezahlten Schreibern  erstellt und sind natürlich durchweg positiv. Vor allem für Ärzte, die sich über negative Bewertungen auf Jameda ärgern mussten, eine große Versuchung. Allerdings ist das Geld hier schlecht angelegt, weil die Bewertungen gelöscht bzw. erst gar nicht veröffentlicht werden.

Gekaufte Bewertungen werden rausgefiltert

Die Abgabe von Bewertungen, für die eine geldwerte Gegenleistung angenommen wurde, ist laut jameda Nutzungsrichtlinien nicht gestattet. Deshalb versucht der Portalbetreiber die Bewertungen von einem technischen Prüfalgorithmus herausfiltern zu lassen. Sie werden nicht veröffentlicht bzw. gelöscht. Der Arzt verschwendet im Zweifelsfall also nur sein Geld.

Ärzte können bei Jameda eine bevorzugte Platzierung auf der ersten Seite kaufen. Positive Bewertungen gehören allerdings nicht zu den käuflichen Dienstleistungen der Seite. Und das soll auch so bleiben: Per einstweiliger Verfügung erwirkte Jameda nun, dass die Five Star Marketing UG ab sofort Bewertungspakete für jameda weder bewerben noch verkaufen darf, ohne ihre Kunden darauf hinzuweisen, dass die Entgeltlichkeit der Bewertung bei deren Veröffentlichung offenzulegen ist und dass jameda Bewertungen, für die ein geldwerter Vorteil angenommen wird, nicht veröffentlicht.

Ärzte sollen sich auf Fairness verlassen können

Fritz Edelmann, Geschäftsführer von jameda: „Wir sind sehr froh, dass das Landgericht München I unserer Auffassung nachgekommen ist und das unlautere Vorgehen der Five Star Marketing UG unterbunden hat. Online-Arztempfehlungen stellen nur dann einen Mehrwert dar, wenn sie fair und authentisch sind und ohne geldwerte Gegenleistung erstellt wurden. Aus diesem Grund betreibt jameda einen sehr hohen Aufwand zur Qualitätssicherung und scheut auch nicht, rechtliche Schritte gegen unlautere Dienstleistungen einzuleiten.“

Schon in der Vergangenheit ging jameda mehrfach rechtlich gegen dubiose Anbieter gekaufter Bewertungen vor, um nach eigener Aussage so nicht nur Patienten, sondern auch Ärzte zu schützen. Patienten würden nur anhand authentischer Erfahrungsberichte, welche ohne geldwerten Einfluss abgegeben werden, den passenden Arzt finden. Ärzte wiederum müssten sich bei Jameda ebenfalls darauf verlassen können, dass die Bewertungsabgabe fair und entsprechend den Nutzungsrichtlinien sowie rechtlichen Vorgaben erfolgt. Manipulierte Bewertungen werden von jameda daher konsequent gelöscht bzw. gar nicht erst veröffentlicht.

Wer eine gute Bewertung auf Jameda haben möchte, sollte also besser in die Praxis als in gefälschte Bewertungen investieren.

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