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Allgemeinmedizin

Einen ersten Erfolg im Sinne des diesjährigen Weltkrebstags konnte die Deutsche Leberstiftung schon vor drei Jahren feiern: Seit dem 1. Oktober 2021 wird als zusätzliche Vorsorgeleistung auch das einmalige Screening auf Hepatitis B und C angeboten. Damit können im Fall der Fälle durch eine Therapie Leberzirrhosen und -tumore verhindert werden. „Mit dieser Erweiterung der Gesundheitsuntersuchung [...] ist die Hepatologie endlich im gesundheitlichen Vorsorgebewusstsein angekommen“, erinnerte Prof. Michael Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung, im Vorfeld des Weltkrebstags am 4. Februar. Der seit 2006 begangene Aktionstag hatte mit dem Kampagnenthema „Versorgungslücken schließen“ die Einbeziehung von Führungskräften im Blick, gerade auch in der Politik. Eines der Ziele der Deutschen Leberstiftung ist es, die Früherkennung von Lebererkrankungen zu verbessern, um Komplikationen wie Lebertumore zu verhindern oder frühzeitig behandeln zu können. „In vielen Fällen können Leberschädigungen oder Lebererkrankungen bereits in einem frühen Stadium nachgewiesen und erfolgreich behandelt werden“, so Manns – vorausgesetzt, Arzt oder Ärztin und die Betroffenen sind für das Organ sensibilisiert, betonte er.

Wie wichtig Aktionstage wie der Weltkrebstag und gesundheitspolitischer Druck durch öffentliche Aufmerksamkeit sind, machte die Deutsche Leberstiftung auch deutlich: Über viele Jahre habe man die Forderung an die Politik adressiert, Screening-Programme zu etablieren, die auf die Früherkennung von Lebererkrankungen abzielen. Die Aufnahme des einmaligen Hepatitis-Screenings bezeichnete die Organisation nur als „ersten Erfolg“.

Neue „Volkskrankheiten“ spielen eine gewichtige Rolle

Neben den Virushepatitiden gibt es weitere Lebertumor-Risiken: Übergewicht und Adipositas sind Gesundheitsprobleme, die seit Jahren zunehmen und zu Lebererkrankungen – sowie immer häufiger auch zu Lebertumoren – führen können. Eine aktuelle Datenauswertung der Kaufmännischen Krankenkasse belegt, dass sich der Anteil der Betroffenen zwischen 2012 und 2022 um circa 30 Prozent erhöht hat; jeder Neunte in Deutschland ist demnach mittlerweile adipös. Auch bei Kindern und Jugendlichen sei der Anstieg alarmierend, so die Leberstiftung. Und je höher das Körpergewicht, desto höher ist das Risiko für die steatotische Lebererkrankung, von der bereits jeder Vierte hierzulande betroffen sei. Vier Prozent haben sogar eine metabolische Dysfunktions-assoziierte Steatohepatitis (MASH). Bei den meisten chronischen Lebererkrankungen ist das Risiko für ein hepatozelluläres Karzinom im Stadium einer Leberzirrhose erhöht, bei der MASH könne es jedoch schon auftreten, bevor eine Zirrhose vorliegt. Manns wünschte sich daher, dass Menschen mit Adipositas mit ihrem Hausarzt oder ihrer Hausärztin eine mögliche Lebererkrankung thematisieren und abklären.

Faktoren zur Senkung des Risikos für Leberzelltumore

  • Hepatitis-B-Impfung durchführen

  • Alkoholkonsum einschränken

  • Übergewicht reduzieren

  • Mehr körperliche Aktivität im Alltag

  • Diabetes sorgfältig einstellen

  • Leberschädigende Grunderkrankungen (früh) therapieren

Quelle:

Pressemitteilung der Deutschen Leberstiftung