Für Ärzte

Versorgungswerke als Alternative zur gesetzlichen Rentenversicherung

Versorgungswerke sind das Fundament der Altersvorsorge für Ärzte und Zahnärzte, Psychotherapeuten und Apotheker. Im Paralleluniversum zur gesetzlichen Rentenversicherung fühlen sich die Mediziner gut aufgehoben.

Gefühlt haben die meisten Mediziner schon ausreichend fürs Alter vorgesorgt. Zumindest redet man sich das in diesen Kreisen gerne ein: Zusätzlich zur Altersrente sind beim Arzt oder Zahnarzt doch weitere Vermögenswerte vorhanden. Der Praxiswert dürfte sein Übriges beitragen.

Beim Praxiswert ließe sich im Zeichen des demographischen Trends alleine schon trefflich über die Werthaltigkeit diskutieren, was jedoch den Rahmen dieses Artikels sprengen würde. Bekannt ist jedoch, dass übernahmewillige Kollegen schon heute häufig fehlen.

Möglichkeiten großer Renditen sind vorbei

Ein Großteil zusätzlicher Vorsorge wurde und wird immer noch mit Produkten der Versicherungsbranche bestritten. Sicherheit steht hier an oberster Stelle (das verlangt schon das Gesetz) und so verwundert es nicht, dass Kunden oft extrem leidensfähig sind, wenn es um die Renditeerwartung geht.

Das Altverträge schon lange nicht mehr das ehemals vollmundig versprochene Kapital oder die Rente liefern, wird regelmäßig kommuniziert. Typische Information: Der Kapitalmarkt sei Schuld, die Rente und damit die Versorgung der Mitglieder aber sicher. Die Versicherungswirtschaft kann hierbei nur für die (niedrigeren) Garantiewerte sprechen, lässt das aber unausgesprochen. Manch einem Versicherungsvorstand sollte ein ungutes Gefühl beschleichen, wenn er Prognosen der Kapitalmarktexperten zu einer langedauernden Niedrigzinsphase vernimmt. Im Stresstest der Bundesaufsicht wurden bereits erste Schwächen diagnostiziert.

Mitgliedschaft im Versorgungswerk zahlt sich aus

Erstaunlich wacker halten sich die Versorgungswerke dagegen. Die Erosion des Rentenniveaus hat jedoch auch hier bereits begonnen. Die Altersstruktur verschiebt sich in den nächsten Jahren merklich hin zu mehr Rentnern unter den Ärzten und Zahnärzten. Dass sich die bereits im Rentenbezug befindlichen Mitglieder auf sukzessiv sinkende Renten einstellen müssen, ist daher ebenfalls nicht ausgeschlossen.

Rentenanspruch wird langsamer aufgebaut

Vorerst wird der Rentenanspruch mit laufenden Beitragszahlungen langsamer aufgebaut als bisher. Zunächst werden Zinsschwankungsreserven aktiviert, um Renten möglichst lange stabil zu halten. Aber auch diese Kapitalreserven schmelzen wie Eis im Klimawandel. Was die Versorgungswerke gerne für sich behalten: Garantiert ist im Gegensatz zur privaten Versicherung nichts.

Vorsorge tut Not! Die Vogel-Strauß-Politik wirkt als gerne genommenes, wenngleich wenig nachhaltiges Therapeutikum.

Wer es dann doch etwas fundierter haben möchte, dem empfiehlt sich analog des medizinischen Rates fürs eigene Wohl die Vorsorgeuntersuchung für die Finanzen, die eigene Finanzplanung. Die dafür notwendige Bedingung sollte allen Medizinern bestens bekannt sein: Offenheit und Vertrauen in die Leistung des Behandlers!

Steuerliche Aspekte der Altersvorsorge

Nach Anamnese des Status Quo und Diagnose werden zur Aufrechterhaltung und Heilung der Altersvorsorge, aber auch zur Abklärung weiterer Fragen, ganzheitliche Therapiepläne aufgestellt und umgesetzt. Aus Bauchgefühl wird Wissen, aus Unsicherheit Vertrauen.

Weil auch steuerliche Aspekte einfließen und die Prognosen regelmäßig überprüft werden ist der Therapieerfolg gewährleistet. Schließlich gilt es, die eigene Altersvorsorge inflationssicher zu gestalten. Der Einfluss der Steigerung von Gesundheitskosten wird handhabbar.

Randnotiz hierzu: In den letzten Jahren versucht sich ein Angebot zu etablieren, das bei bestehenden Privaten Krankenversicherungen gegen üppiges Honorar zu Prämienersparnis führen soll. Ob dies nachhaltig ist bleibt abzuwarten. Der Gesundheitsmarkt benötigt zur Kompensation der durch medizinischen Fortschritt anfallenden Kostensteigerungen alleine schon etwa 4 % Prämienanpassung pro Jahr. Setzen wir dann noch den Inflationsfaktor oben auf gestaltet sich die aus der Rentenerwartung nachhaltig bezahlbare Versicherung als Herausforderung.

Ganz nebenbei wird Ihre Situation durch Ihr neues „Finanz-Gesundheitsverhalten“ pflegefallsicher und gewappnet gegen die Folgen einer Berufsunfähigkeit sein.

Lassen Sie mich zum Schluss noch einen kleinen Motivator für Ihr baldiges Handeln aufzeigen. Glauben Sie mir: ich weiß, dass Ihre Zeit knapp bemessen ist! Aber wenn Sie diesen Artikel bis hierher gelesen haben mag ich noch nicht von Therapieresistenz sprechen.

Wer im Alter von 65 Jahren eine Renteneinnahme von 500 Euro mtl. aus eigenem Guthaben genießen möchte, dies über 25 Jahre gesichert haben will und das mit 2,5%iger Dynamik p.a. steigend, muss zu Rentenbeginn über ein Kapital von ca. 140.000 Euro verfügen und das Restkapital auch während des Rentenbezuges nachhaltig mit 3% anlegen können.

Beginnt man 20 Jahre vor dem Ruhestand mit dem Sparen und kann dabei ebenfalls 3% erwirtschaften (nach Steuer) und seine Anstrengung um 2% jährlich steigern beträgt die erste Monatsprämie 359 Euro. Beginnt man 1 Jahr später mit dem Sparen, so beträgt die erste Rate bereits 389 Euro (+8,4%), um das gleiche Ziel zu erreichen, noch ein Jahr später bereits 419 Euro (16,8%). (Martin Kütt)

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