Wirtschaftsnachrichten für Ärzte | ARZT & WIRTSCHAFT
News

Zwischen KHVVG, KHAG, Notfallgesetz, GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz und Regressen stand beim DGU-Kongress 2026 die berufspolitische Zukunft des Fachs genauso im Mittelpunkt, wie die Wissenschaft. Der Berufsverband der Deutschen Urologie (BvDU) zieht ein entsprechend positives Fazit.

Im Zentrum der Gespräche standen die großen Reformlinien: KHVVG, KHAG, NotfallG, GKV-BStabG, Hybrid-DRG, Ambulantisierung, Patientensteuerung, Regressrisiken und die Zukunft der Weiterbildung. Die Diskussionen haben dabei eines bestätigt: Klinik und Praxis dürfen sich nicht gegeneinander ausspielen. Wenn stationäre Fälle ambulant werden, brauchen Praxen und Kliniken tragfähige Strukturen. Wenn Notfallversorgung neu organisiert wird, muss sie entlasten und nicht zusätzliche – unbezahlte – Arbeit aufbürden. Wenn Leistungsgruppen Klinikstandorte verändern, darf regionale urologische Versorgung nicht ausbluten. Wenn die GKV spart, kann sie nicht gleichzeitig unbegrenzte Leistung versprechen, so das Fazit.

Die Folgen der Reformen in der urologischen Praxis

Viele Mitglieder haben in Düsseldorf sehr konkret berichtet, was die Reformen bereits jetzt für sie bedeuten: schwierige Personalplanung, Investitionszurückhaltung, wachsende Dokumentationslast, Unsicherheit bei Hybrid-DRG, Sorge um Regresse, Druck auf Terminvergabe und die Frage, wie viel GKV-Leistung künftig wirtschaftlich noch darstellbar ist. Genau diese Rückmeldungen nimmt der BvDU in seine weiteren Gespräche mit Selbstverwaltung, Politik und Partnerverbänden mit. „Wir haben auf dem Kongress viel Zustimmung, viel Ärger über die Politik und vor allem einen klaren Auftrag mitgenommen: Der BvDU soll laut, konkret und lösungsorientiert weiterarbeiten.“

Der BvDU-Vorstand sieht nach dem Kongress drei zentrale Aufgaben: Die ambulante fachärztliche Versorgung muss vor weiterem Substanzverlust geschützt werden. Urologische Kliniken müssen in der Strukturreform handlungsfähig bleiben. Und die Verbindung von Praxis und Klinik muss gestärkt werden – bei Weiterbildung, Onkologie, Notfallversorgung, Ambulantisierung und digitalen Prozessen.

Kampagne „Versorgen statt Sparen“

Auf die drohenden Folgen der geplanten Einsparungen in der gesetzlichen Krankenversicherung macht jetzt auch eine neue Kampagne aufmerksam. Diese wurde vom SpiFa und den in ihm zusammengeschlossenen Mitgliedsverbänden, unter anderem der BvDU, ins Leben gerufen. Für die Beteiligung der Facharztpraxen hat der SpiFa insgesamt 18 Kampagnenmotive entwickelt. Sie tragen Botschaften wie „Ihr Facharzt ist nicht selbstverständlich“, „Wer bei Fachärzten spart, spart an Ihrer Versorgung“ oder „Sie brauchen einen Facharzt. Nicht irgendwann“. Über einen eigens eingerichteten Kampagnenshop können Fachärztinnen und Fachärzte A1-Plakate, sechsseitige Patientenflyer und Starterpakete bestellen. Direkt im Bestellvorgang haben Sie die Option, die von Ihnen gewünschten Materialien mit dem Logo des Berufsverbands der Deutschen Urologie erstellen zu lassen. Die Materialien für Facharztpraxen und weitere Informationen zur Kampagne sind auf der Seite www.versorgen-statt-sparen.de abrufbar.

Berufsverband der Deutschen Urologie e.V.

Seit mehr als 70 Jahren vertritt der Berufsverband der Deutschen Urologie e.V. (BvDU) erfolgreich die Berufs- und Standesinteressen der urologischen Fachärztinnen und Fachärzte in Klinik und Praxis. Neben der berufspolitischen Arbeit widmet sich der Berufsverband stellvertretend für seine Mitglieder der Entwicklung und dem Ausbau von Kooperationsmodellen mit der Gesundheitswirtschaft. Wichtige Themen wie Selektivverträge, Fort- und Weiterbildungsangebote, Vertrags- und Veranstaltungsmanagement, Sponsoring und Rabattverträge liegen hierbei im Fokus. Als Interessenvertretung der Urologinnen und Urologen in Klinik und Praxis fördert der BvDU die Wertschätzung des Berufstands. Unsere Ziele sind u.a. leistungsgerechte Honorare, Eindämmung der Bürokratie sowie die Sicherstellung ärztlicher und beruflicher Entscheidungsfreiheit in Klinik und Praxis.