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Behandlungsfehler: Kommt jetzt die Meldepflicht?

von A&W Online

Arzt und Patient in einem Aufklärungsgespräch
Foto: Rocketclips - stock.adobe.com

Bei jährlich rund einer Milliarde Arzt-Patienten-Kontakten in Arztpraxen ist die Zahl der Behandlungsfehler vergleichsweise gering. Unbestritten ist jedoch: Auch Ärzte machen Fehler. Nun bringt der Medizinische Dienst die Idee ins Spiel, ein zentrales Register einzuführen, um die Fehlervermeidung optimieren zu können.

Mediziner sind keine Mechaniker, Menschen keine Maschinen. Deshalb gibt es für ärztliche Behandlungen auch keine Erfolgsgarantie. Ärzte schulden lediglich eine Behandlung nach Facharztstandard – einen Anspruch auf Heilung gibt es nicht.

Dennoch ist es verständlich, dass Patienten, die sich mehr von einer Therapie erwartet haben, den Fehler erst einmal bei ihrem Arzt suchen. Entsprechend hoch ist die Zahl der fachärztlichen Gutachten zu vermuteten Behandlungsfehlern, die der Medizinische Dienst regelmäßig zu erstellen hat. Im Jahr 2020 waren es 14.042.

USA kann als Blaupause dienen

Dem MDS zufolge können andere Länder bei der Umsetzung dieses Plans als Vorbild dienen. Denkbar sei es zum Beispiel, Entschädigungszahlungen an Patienten in einem zentralen Register zu erfassen, wie dies bereits in den USA der Fall ist. Ein solches Register könne zum Beispiel beim Statistischen Bundesamt oder beim Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen angesiedelt werden.

Alternativ könne man darüber nachdenken, eine Meldepflicht für Leistungserbringer einzuführen, wenn diese nachgewiesenermaßen einen Behandlungsfehler begangen haben. Derzeit erstellen lediglich der MDS sowie die Gutachterkommissionen und die Schlichtungsstellen der Ärztekammern Behandlungsfehlerstatistiken. Fälle vor Gericht und bei den Versicherern werden hingegen nicht erfasst.

Kliniken führen Fehlerstatistik an

Hintergrund dieser Verteilung ist, dass sich die meisten Behandlungsfehlervorwürfe auf operative Eingriffe beziehen, und diese erfolgen in der Regel in der stationären Versorgung.

„Eine Häufung von Vorwürfen in einem Fachgebiet sagt nichts über die Fehlerquote oder die Sicherheit in dem jeweiligen Gebiet aus“, betont Astrid Zobel, Leitende Ärztin des MDS Bayern. Häufungen sagen viel mehr darüber etwas aus, wie Patientinnen und Patienten Behandlungen erleben. Fehler bei chirurgischen Eingriffen könnten Betroffene meist leichter erkennen als zum Beispiel Medikationsfehler auf der Intensivstation.

Grafik Behandlungsfehler

Judith Meister

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