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apoBank-Analyse

Praxisgründung: Ärztinnen arbeiten lieber alleine

von A&W Online

Existenzgründung Ärztinnen
Grafik: apoBank

Ärztinnen starten häufiger mit einer Einzelpraxis in die Selbstständigkeit als ihre männlichen Kollegen. Das zeigt die geschlechterspezifische Auswertung der jüngsten Analyse zu ärztlichen Existenzgründungen, die die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) und das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (Zi) für die Jahre 2019 und 2020 gemeinsam durchgeführt haben.

Demnach haben – ähnlich wie in den Vorjahren – zwei Drittel der Praxisgründerinnen allein den Schritt in die Niederlassung unternommen. Bei Männern waren es mit 55 Prozent etwas mehr als die Hälfte.

„Dass Ärztinnen häufiger als Ärzte die Einzelpraxis als Niederlassungsform wählen, liegt sicherlich auch daran, dass sie sich eher in Fachgebieten wie Gynäkologie, Psychotherapie oder Psychiatrie niederlassen. In diesen Fachgebieten werden Kooperationen auch bei Bestandspraxen seltener eingegangen als in den medizintechnisch geprägten Disziplinen, wie Orthopädie oder Chirurgie“, kommentiert Daniel Zehnich, Bereichsleiter Konzernstrategie und Gesundheitsmarkt bei der apoBank. „Es gibt aber auch in einer Einzelpraxis die Option, mit angestellten Kolleginnen oder Kollegen zusammenzuarbeiten. Das schafft einige Vorteile, die auch klassische Kooperationen bieten. So lassen sich beispielsweise Arbeitsteilung und Vertretung, ein regelmäßiger fachlicher Austausch oder Ausweitung des Leistungsangebots der Praxis einfacher handhaben.“

Frauen investieren zurückhaltender

Die apoBank-Analysen zeigen auch im Zeitverlauf, dass Frauen bei der Praxisgründung im Schnitt weniger Geld in die Hand nehmen. Am Beispiel der Hausärzte wird deutlich, dass mit aktuell knapp 23.000 Euro immer noch ein Gender-Gap besteht – auch wenn die Investitionsbereitschaft sowohl bei Hausärztinnen als auch bei ihren männlichen Kollegen gestiegen ist. 2019/2020 haben Frauen in die Gründung einer Einzelpraxis durch Übernahme durchschnittlich 159.900 Euro investiert, Männer 182.600 Euro.

„Wir beobachten seit Jahren und auch in allen anderen Heilberufsgruppen, dass Frauen bei der Niederlassung zurückhaltender investieren. Sie übernehmen eher Praxen mit niedrigeren Kaufpreisen“, sagt Zehnich. „Doch bei einer kleinen Praxis muss es nicht dauerhaft bleiben. Perspektivisch können diese sukzessive weiter ausgebaut und Kooperationen eingegangen werden.“

Ambulante Versorgung zunehmend in Frauenhand

Ein Blick auf die letzten zehn Jahre zeigt, dass sich der Anteil an Ärztinnen bei den Existenzgründern zunächst stetig erhöht und mittlerweile bei gut 60 Prozent eingependelt hat. Im Vergleich zu dem Frauenanteil unter den Studierenden der Medizin (63 Prozent) liegt der Wert nur leicht darunter und deutet darauf hin, dass Selbstständigkeit für Frauen eine attraktive Option der Berufsausübung darstellt.

„Das ist ein sehr erfreuliches Ergebnis, wird die Gesundheitsversorgung doch zunehmend weiblich. Eine eigene Praxis schafft Freiräume für mehr Selbstbestimmung und flexible Möglichkeiten der Berufsausübung. Auch Chefin in Teilzeit ist mittels einer Teilzulassung möglich, und durch kooperative Praxisformen können die individuellen Vorstellungen vom eigenen Arbeitspensum sogar gut realisiert werden“, sagt Zehnich.

Methodik

Die Ergebnisse basieren auf einer Stichprobe von 3.100 durch die apoBank begleiteten ärztlichen Existenzgründungen – darunter 835 hausärztliche und 2.265 fachärztliche. Die Daten wurden anonymisiert und gemeinsam von der apoBank und dem Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (Zi) ausgewertet.

Quelle: apoBank

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