Umfrage

Krankenhäuser: Die Mehrheit wünscht sich schnell verfügbare und vernetzte Versorgungsleistungen

Mehr als jeder zweite Patient in Deutschland legt Wert auf die Verfügbarkeit von Behandlungen in Krankenhäusern und eine stärkere Vernetzung der Beteiligten. Für rund 30 Prozent ist es zudem wichtig, dass die Verweildauer in den Kliniken möglichst kurz ist. Das ergibt eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Management- und Technologieberatung Sopra Steria.

Für Patienten in Deutschland hat eine funktionierende öffentliche Gesundheitsversorgung in Kliniken laut der Umfrage oberste Priorität. Für 60 Prozent ist es entscheidend, dass Behandlungen in Krankenhäusern schnell verfügbar sind und keine langen Wartezeiten für OP- und Therapietermine in Kauf genommen werden müssen. 54 Prozent fordern eine enge Zusammenarbeit der einzelnen Leistungserbringer. Krankenhäuser, Medizinische Versorgungszentren und Arztpraxen (Behandlung) sollen sich stärker mit Reha-Kliniken und Physiotherapeuten (Nachsorge) vernetzen. Für mehr als jeden dritten Patienten in Deutschland ist es wichtig, dass Diagnosen nicht nur mitgeteilt werden. Sie wünschen sich Zusatzinformationen und eine intensive Beratung zu möglichen Behandlungsmethoden.

Grafik Wichtige Kriterien bei der Gesundheitsversorgung in Krankenhäusern

„Den Deutschen ist stark daran gelegen, dass Klinikaufenthalte so unkompliziert wie möglich verlaufen. Neben Qualität und Effizienz geht es darum, medizinische Informationen zu bündeln und digital, sicher und anwenderfreundlich zur Verfügung zu stellen. So lassen sich Mehrfachuntersuchungen reduzieren, die Arzt-Patienten-Kommunikation wird verbessert und es schafft Transparenz. Im Ergebnis werden medizinisches Personal und Patienten entlastet, insbesondere im Anamneseprozess“, sagt Dr. Tina Wulff, Expertin für Digital Health bei Sopra Steria. „Jede Investition in Verbesserungen, vor allem künftige Digitalisierungsvorhaben, sollte somit auf Kriterien wie Transparenz, Verfügbarkeit, Vernetzung, IT-Sicherheit, Anwenderfreundlichkeit und natürlich Innovation einzahlen“, so Dr. Wulff.

Krankenhauszukunftsgesetz soll Digitalisierung beschleunigen

In deutschen Kliniken werden mittlerweile unterschiedliche Maßnahmen umgesetzt, um die Klinikarbeit zu verbessern. In der Aachener Uniklinik gibt es beispielsweise das Projekt „telnet.nrw„. Über eine gesicherte Datenleitung können sich Ärzte und Gesundheitsfachkräfte per Videokonferenz gemeinsam beraten.

Die fehlende Finanzierung hat viele Digitalisierungsvorhaben in Kliniken bislang gebremst oder verhindert. Ein Investitionsprogramm der Bundesregierung im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG) im Umfang von 4,3 Milliarden Euro soll die Digitalisierung in Kliniken deutlich ankurbeln. Für Gesundheitsexpertin Dr. Wulff ist es entscheidend, dass die Investitionen die Abläufe in Kliniken direkt verbessern: „Patienten wissen digitale Unterstützung im Behandlungsprozess zu schätzen, vor allem bei administrativen Prozessen. Gute Beispiele sind ein so genanntes digitales Entlassmanagement sowie die Möglichkeit, vor einer Reha-Maßnahme oder Behandlung eine Eigenanamnese digital auszufüllen.“

Krankenhäuser dürfen Thema Datensicherheit nicht vernachlässigen

Zu einer reibungslosen Versorgung gehört auch das Thema Sicherheit: 2020 registrierte die Bundesregierung eine beunruhigende Zahl von Hackerangriffen auf Gesundheitsdienstleister. Daten in Notaufnahmen konnten in einem Fall nur noch per USB-Stick weitergeleitet werden. Röntgenbilder oder Computertomogramme waren wegen eines Hackerangriffs nicht verfügbar. Die Folge: Behandlungen verzögern sich, weil OPs nicht sofort durchgeführt werden konnten.

„Ein Krankenhaus betreibt ein Vielfaches an Medizintechnik im Vergleich zur Verwaltungs-IT. Wichtig ist deshalb, dass Kankenhäuser eine kontinuierliche Überwachung nicht nur für Computer auf den Schreibtischen umsetzen, sondern lückenlos auch für die Medizin-IT“, verdeutlicht Olaf Janßen, Head of Cyber Security für die Geschäftsbereiche Public Sector und Healthcare Management von Sopra Steria.

Über die Umfrage

Das Meinungsforschungsinstitut Civey hatte im September 2020 im Auftrag von Sopra Steria eine Echtzeit-Befragung eines repräsentativen Querschnitts der Gesamtbevölkerung mit 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt. Gefragt wurde unter anderem, welche Kriterien bei der öffentlichen Gesundheitsversorgung in Krankenhäusern besonders wichtig sind.

Anzeige

„Ich würde sagen, dass 99 Prozent der Patienten positiv auf Doctolib reagieren.” - Dr. Christian Kors

Bereits 135.000 Ärzte und Behandler nutzen den Terminmanagement-Service Doctolib in Deutschland und Frankreich. Doch welche konkreten Vorteile bringt der Einsatz von Doctolib in der Praxis? Drei Ärz... Mehr
Author's imageIlias TsimpoulisManaging Director bei Doctolib

Weitere Artikel zum Thema:

Mehr Pflege:

620 Krankenhäuser profitieren von Fördergeldern


Krankenhaus Rating Report 2018

Wirtschaftliche Lage deutscher Krankenhäuser hat sich verbessert


Versorgung soll erhalten werden

Unrentable Krankenhäuser in Facharzt-Zentren umwandeln?


Kliniken erhalten nur einen Bruchteil

Investitionsbedarf der Krankenhäuser liegt bei sechs Milliarden Euro pro Jahr


Aktuelle Vorschriften

Patientenrechte: Kein Corona-Test – keine Behandlung?